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Vorstellungsgespräch: Vorsicht bei diesen Fragen

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Vorstellunsgespräch

Von Günter Stein,

Eine solch einfache und alltägliche Sache wie ein Vorstellungsgespräch kann Ihnen erheblichen Ärger einbrocken, wenn Sie die falschen Fragen stellen.

Sie planen eine neuen Mitarbeiter einzustellen und haben schon ein paar Vorstellungsgespräche vereinbart?

Vorsicht!

Das zeigt wieder einmal dieser aktuelle Fall:

Im Vorstellungsgespräch fragte ein Arbeitgeber einen Bewerber, ob dieser sich psychiatrisch oder psychotherapeutisch behandeln lasse, und forderte den Bewerber auf zu unterschreiben, dass dies nicht der Fall sei. Außerdem äußerte der Arbeitgeber, dass bestimmte Anzeichen beim Kläger auf Morbus Bechterew (eine chronisch verlaufende entzündliche rheumatische Erkrankung) schließen ließen.

Nachdem der Bewerber die Stelle nicht bekommen hatte, klagte er wegen Diskriminierung bei der Stellenbesetzung aufgrund einer vermuteten Behinderung.

Die Entscheidung: Nach § 7 Abs. 1 Halbsatz 2 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) liegt schon eine Diskriminierung vor, wenn Sie am Vorstellungsgespräch ein Diskriminierungsmerkmal (wie hier die vermutete Behinderung) auch nur annehmen. Da im zugrunde liegenden Fall die Fragen des Arbeitgebers genau hierauf schließen ließen, dürfte wohl ein Anspruch auf eine Entschädigungszahlung nach § 15 Abs. 2 AGG entstanden sein (das muss jetzt wieder die Vorinstanz prüfen, an die der Fall zurückverwiesen wurde; Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17. Dezember 2009, Az. 8 AZR 670/08).

Was dieses Urteil für Sie bedeutet:

Sie dürfen nach allen Umständen fragen, die für die ausgeschriebene Position

  • objektiv wichtig sind und
  • mit deren Anforderungen in Zusammenhang stehen.

Das bedeutet: Der Bewerber ist verpflichtet, diese Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten. Kritisch wird es, wenn es um persönliche Fragen geht. Diese Art von Fragen sollten Sie nur sehr spärlich stellen, denn hier müssen Sie das Persönlichkeitsrecht des Bewerbers beachten. Insbesondere Fragen über den intimsten Bereich eines Bewerbers sind nur eingeschränkt oder gar nicht zulässig.

Tipp: Nach gesundheitlichen Beeinträchtigungen eines Bewerbers dürfen Sie fragen, wenn sie die Fähigkeit des Mitarbeiters, die Aufgaben auf dem ausgeschriebenen Arbeitsplatz ausüben zu können, betreffen. Folgende Fragen sind hierbei zulässig (BAG, Urteil vom 7.6.1984, Aktenzeichen: 2 AZR 270/83):

  • Liegt eine Krankheit oder Beeinträchtigung des Gesundheitszustands vor, durch die die Eignung für die vorgesehene Tätigkeit auf Dauer oder in periodisch wiederkehrenden Abständen eingeschränkt ist?
  • Liegen ansteckende Krankheiten vor, die zwar nicht die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, jedoch die zukünftigen Kollegen oder Kunden gefährden?
  • Ist zum Zeitpunkt des Arbeitsantritts oder in absehbarer Zeit mit einer Arbeitsunfähigkeit zu rechnen (Operation, Kur, bestehende Krankheit)?

 

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