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Wie Sie die vier großen Fehler bei der Akquise von Auszubildenden vermeiden

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Azubis Suche

Von Günter Stein,

Jahrelang mussten auch viele gute Bewerber um einen Ausbildungsplatz kämpfen. Mittlerweile hat sich der Markt gedreht: Die besten Schulabgänger werden im Sommer 2011 in der Regel mehrere Optionen ziehen können.

Damit die Wahl auf Ihr Unternehmen fällt, sollten Sie professioneller denn je vorgehen und die typischen Fehler im Akquise-Zeitraum vermeiden. Bevor Sie Auszubildende einstellen, sollten Sie diese wirklich kennenlernen. Natürlich bietet sich da ein vorgeschaltetes Praktikum an. Manche Großunternehmen setzen sogar auf Assessment-Center. Aber nicht jedes Ausbildungsunternehmen kann und will das leisten. Klassische Akquisewege spielen auch in 2011 eine wichtige Rolle und sind für Sie unverzichtbar. Auf einem immer härter umkämpften Markt sollten Sie dabei allerdings folgende 4 Fehler vermeiden:

Fehler 1 bei der Azubi-Suche: Zu wenig Zeit investieren

Entscheiden Sie zu Beginn des Verfahrens, wie viele Stufen das Auswahlverfahren haben sollte. Berücksichtigen Sie bei der Entscheidung die Anzahl der erwarteten Bewerbungen und die Anzahl der Ausbildungsplätze. Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall ein mindestens zweistufiges Verfahren, bei dem sowohl das aus der Schule resultierende Leistungsvermögen (Eignungstest) als auch die persönlichen Voraussetzungen (Vorstellungsgespräch) eine Rolle spielen. Beides ist sorgfältig vorzubereiten:

 

Eignungstest Vorstellungsgespräch
Test erstellen bzw. aktualisieren. Gesprächskonzept erstellen, das eine spätere Vergleichbarkeit der Gesprächsergebnisse ermöglicht.
Zeitpunkt festlegen und Raum organisieren. Zeitplan erstellen und Raum organisieren.
Personen bestimmen, die Begrüßung und Aufsicht übernehmen sowie später die Auswertung vornehmen. Personen informieren bzw. einladen, die an den Vorstellungsgesprächen teilnehmen sollen.
Einladungen an Bewerber verschicken.
Denken Sie daran, für den Test ausreichend Zeit einschließlich der Pausen einzuplanen. Auch in den Pausen können Sie aufschlussreiche Signale aufnehmen, die Ihnen beim Auswahlprozess weiterhelfen.
Kalkulieren Sie für jeden Auszubildenden mindestens 30 Minuten Zeit, zuzüglich 15 Minuten für Ihre interne Besprechung, ein. Denken Sie daran, dass Bewerber zunächst einmal auftauen müssen. Die dafür erforderliche Geduld kann sich lohnen.

Vorgeschaltet ist diesem Verfahren ein gewissenhaftes Sichten der Bewerbungsunterlagen.

Tipp: Holen Sie für Ihre Bewertung immer noch die Meinung einer 2. Person ein. So können Sie die eigenen subjektiven Einflüsse gering halten.

Fehler 2 bei der Azubi-Suche: Zeugnisnoten und Schulabschluss überschätzen

Formale Qualifikationen sind nicht alles. Immer wieder macht man die Erfahrung, dass Bewerber mit (sehr) guten Noten in der Praxis an ihre Grenzen stoßen. Legen Sie daher auch ein Augenmerk auf

- absolvierte Praktika: Scheuen Sie sich nicht, beim Praktikumsbetrieb anzurufen und Referenzen einzuholen.

- vollzogene Schulwechsel: Dieser Aspekt ist insbesondere auch dann zu berücksichtigen, wenn damit eine Änderung der Fachrichtung verbunden war. Sehr häufige Schulwechsel könnten auch Aufschlüsse über das Sozialverhalten geben.

Bedenken Sie zudem, dass sich die Bewerber mit Hochschulreife und guten Schulnoten auch um einen Studienplatz bemüht haben könnten. Sie könnten also irgendwann – vor oder nach Ausbildungsbeginn – im Regen stehen, wenn die Wunsch-Uni den Studienplatz zusagt. Gehen Sie dieser Frage ggf. in einem späteren Auswahlgespräch auf den Grund. Schwankenden Bewerbern sollten Sie natürlich für die Zeit nach der Ausbildung eine gute Perspektive bieten – sei es durch Weiterbildung oder ein aufbauendes Studium.

Fehler 3 bei der Azubi-Suche: Zu wenig an das eigene Image denken und vergessen den Bewerber frühzeitig zu binden

Mit dem Kontakt zu möglichen Auszubildenden stehen Sie in Konkurrenz zu anderen Ausbildungsunternehmen in Ihrer Region: die wenigen wirklich guten Bewerber haben die freie Auswahl. Es kommt also darauf an, dass Sie bereits beim ersten Kontakt – sei es ein Telefonat, ein Brief oder ein Gespräch – überzeugend auftreten.

Überzeugend heißt in diesem Fall nicht professionell und rhetorisch perfekt, sondern vor allem einfach nur „nett“. Erwecken Sie den Eindruck, dass Sie die Stresssituation, der sich der Bewerber beim ersten Kontakt ausgesetzt fühlt, genau nachvollziehen können. Der erste Eindruck hat – psychologisch gesehen – gewaltiges Gewicht. Das gilt für beide Seiten.

Spätestens im Vorstellungsgespräch sollten auch Sie als Vertreter des Ausbildungsunternehmens sich „bewerben“ – Marketing und PR in eigener Sache betreiben. Informieren Sie daher Ihre/n Bewerber/in umfassend und zielgruppengerecht.

Checkliste: Haben Sie Ihr Unternehmen gegenüber dem Azubi umfassend vorgestellt?

  • Wurden zeitliche Rahmendaten zur Ausbildung gegeben? Insbesondere die Frage „Wann geht es los?“ ist von Interesse. Aber auch die tägliche Arbeitszeit ist von Belang.
  • Haben Sie über die Berufsschule informiert – beispielsweise über Blockunterricht und über die zuständige Schule für den jeweiligen Ausbildungsberuf?
  • Haben Sie Perspektiven für die Zeit während der Ausbildung und vor allem für die Zeit danach erläutert? Haben Sie Positivbeispiele erwähnt – Personen genannt, die mit demselben Ausbildungsberuf „Karriere“ gemacht haben – vielleicht sich selbst?
  • Wurden Ihre Sozialleistungen hervorgehoben? Denken Sie dabei an die betriebliche Altersvorsorge, an den günstigen Einkauf eigener Artikel, ggf. an den Betriebskindergarten, das subventionierte oder kostenlose Kantinenessen usw.

Fehler 4 bei der Azubi-Suche: Die Eigenheiten des Ausbildungsbetriebs und -berufs zu wenig berücksichtigen

Bewerber haben häufig nur eine vage Vorstellung vom Ausbildungsberuf, für den sie sich bewerben. Gerade bei Bewerbungen in großen Unternehmen wird nach der Devise verfahren: Ich plane die Bewerbung genau dort und richte mich danach, welche Ausbildungsberufe „angeboten“ werden. Häufig spielen hier das Renommee des Unternehmens, seine Solidität und die erwartete Arbeitsplatzsicherheit eine Rolle.

Auch wenn das dem Ausbildungsunternehmen schmeichelt, muss ernsthaft ermittelt werden, ob sich der Azubi der Realität seines gewählten Berufs wirklich bewusst ist oder ob nicht recht bald mit einer (großen) Ernüchterung und daraus folgender Unzufriedenheit zu rechnen ist. Stellen Sie sich bewusst die Frage: Hat diese/r Bewerber/in tatsächlich genug „Sitzfleisch“ für 8 Stunden täglich im Büro (bei Kaufleuten)? Oder: Welche konkreten Anhaltspunkte gibt es dafür, dass die technische Neigung tatsächlich vorhanden ist (bei Technikern)? Halten Sie sich dabei auch Ihr eigenes Unternehmen vorbehaltlos vor Augen, z. B. den rauen Umgangston im Lager, die besonderen Kommunikations-Anforderungen in Abteilungen mit Kundenkontakt. Passen Sie daher Ihr Auswahlverfahren auch an die speziellen Gegebenheiten in Ihrem Unternehmen an. Eine Betriebsbegehung mit anschließendem Gespräch, in dem Sie folgende Fragen stellen sollten, wird Ihnen Aufschluss darüber geben, ob sich der/die Bewerber/in bei Ihnen „wohl fühlt“:

  • Was hat Sie besonders beeindruckt?
  • In welcher Abteilung würden Sie sich besonders wohl fühlen?
  • Welchen Arbeitsplatz könnten Sie sich ganz und gar nicht für sich vorstellen?

So können Sie wertvolle Anhaltspunkte sammeln, ob Bewerber und Beruf bzw. Ihr Unternehmen tatsächlich gut zusammenpassen.

Alles Gute für Ihre Azubi-Akquise 2011!

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