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Altersteilzeit – und Sie glauben, die gibt es nicht mehr?

 
Altersteilzeit

Von Günter Stein,

Die Frage: Wir möchten uns von einem älteren Arbeitnehmer trennen. Der Kollege steht 3 Jahre vor der gesetzlichen Altersrente und ist grundsätzlich auch mit dem Abschluss eines Altersteilzeitarbeitsvertrages einverstanden. Nun ist unser Geschäftsführer der Auffassung, dass es Altersteilzeit nicht mehr gibt. Bisher war es doch so, dass Altersteilzeit von der Agentur für Arbeit gefördert wurde, wenn wir einen anderen Arbeitnehmer eingestellt haben. Herr Schrader, wie ist die aktuelle Rechtslage?

Die Antwort: So ein bisschen Recht haben Sie beide. Ihr Geschäftsführer meint, dass es die Förderung der Bundesagentur für Arbeit bei neuen Altersteilzeitverträgen nicht mehr gibt. Nur die Verträge, die bis zum 31. Dezember 2009 abgeschlossen wurden, werden noch längstens bis 2015 gefördert. Der Staat hat wohl erkannt, dass Altersteilzeit recht teuer ist und das längere Arbeiten, nämlich bis zum 67. Lebensjahr, für den Staat wesentlich günstiger ist. Im Jahr 2005 wurden beispielsweise bereits über 90.000 Altersteilzeitverhältnisse mit einem Gesamtvolumen von über 1,1 Milliarden Euro öffentlich gefördert.

Altersteilzeit hat das Ziel,

  • die Belegschaft zu verjüngen,
  • Personalabbau bei älteren Arbeitnehmern vorzunehmen oder
  • einen ganz bestimmten älteren Arbeitnehmer freizusetzen.

Und das gilt auch noch heute! Sie bekommen nur keine Zuschüsse von der Bundesagentur für Arbeit mehr. Auch das Altersteilzeitgesetz ist entgegen vielerlei Gerüchten noch in Kraft. Altersteilzeit nach dem Altersteilzeitgesetz kann für Arbeitnehmer ab Vollendung des 55. Lebensjahres vereinbart werden. Die Arbeitszeit wird halbiert, ebenso wie das Arbeitsentgelt. Zuschüsse und Aufstockungsbeträge gibt es, wie gesagt, nicht mehr. Natürlich können Sie sich als Arbeitgeber freiwillig dazu verpflichten, Ihrem Arbeitnehmer erhöhte Beiträge zu zahlen.

Entweder reduzieren Sie die Arbeitszeit für die Gesamtdauer der Altersteilzeit um die Hälfte oder Sie wählen das sogenannte Blockmodell. Letzteres ist bei ca. 85 % aller Arbeitsverträge vorzufinden. Dabei arbeitet Ihr Arbeitnehmer in der ersten Hälfte der Altersteilzeit normal weiter und wird in der zweiten Hälfte insgesamt freigestellt. Letztendlich handelt es sich bei einer Altersteilzeit außerhalb des Altersteilzeitgesetzes nur um eine schlicht und ergreifende Reduzierung und/oder andere Verteilung der Arbeit.

Beachten Sie dabei eins: Führt die Vereinbarung über die Altersteilzeit zum Aufbau eines Wertguthabens, sind Sie in aller Regel verpflichtet, dieses Wertguthaben in geeigneter Weise gegen das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit und Insolvenz abzusichern!

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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