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Mitarbeiter Ihres Unternehmens, die zwischen 450,01 € und 850 € monatlich verdienen, befinden sich automatisch in der sogenannten Gleitzone. Für diese…

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Aushilfen: Tipps zur Vertragsgestaltung

 
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Von Günter Stein,

Frage: Es ist immer die Rede davon, dass Aushilfen befristet Beschäftigte sind. Kann ich bei Aushilfen nicht auch das Ende des Arbeitsvertrags offenlassen, wenn ich nicht genau weiß, wie lange ich den Mitarbeiter benötige?

In der Regel sind Aushilfsarbeitsverträge als befristete Arbeitsverhältnisse ausgestaltet. Denkbar ist aber auch der Abschluss eines so genannten Daueraushilfsvertrags, wenn Sie einen Mitarbeiter beispielsweise immer samstags benötigen. In sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht ist er dann aber eine Teilzeitkraft. Verdient der Mitarbeiter nicht mehr als 400 € monatlich, bleibt er versicherungsfrei. Sie sind lediglich verpflichtet, die Pauschalen (in der Regel insgesamt 30 % des monatlichen Entgelts) an die Deutsche Rentenversicherung Bund Knappschaft Bahn-See abzuführen. Verdient er mehr als 400 €, ist er vollständig sozialversicherungspflichtig (bis 800 € monatlich als Mitarbeiter in der Gleitzone).

Möchten Sie dagegen vollständig sozialversicherungsfreie Aushilfen beschäftigen (für die Sie auch keine Pauschalen abführen), müssen Sie befristen. Diese so genannten kurzfristig beschäftigten Aushilfen dürfen einer kurzfristigen Beschäftigung von insgesamt maximal 50 Arbeitstagen bzw. 2 Monaten im Kalenderjahr nachgehen und die Beschäftigung muss von vornherein befristet sein. Wenn Sie dabei das genaue Ende einer Beschäftigung nicht kennen, Ihre Aushilfen aber trotzdem gern sozialversicherungsfrei beschäftigen würden, haben Sie folgende Möglichkeiten für die Vertragsgestaltung:

1. Vereinbaren Sie nach § 3 Teilzeitund Befristungsgesetz (TzBfG) eine Zweckbefristung

Hier ergibt sich das Ende des Arbeitsverhältnisses aus der Art oder der Beschaffenheit der Aushilfstätigkeit. Deshalb müssen Sie kein Datum für das Vertragsende nennen. Vielmehr nennen Sie im Arbeitsvertrag nur das Ereignis, das zum Ende des Arbeitsverhältnisses führen soll, wie z. B.:

  • Ein Projekt ist beendet.
  • Der kranke Mitarbeiter, der von der Aushilfe vertreten wird, kehrt an seinen Arbeitsplatz zurück.
  • Die Ernte ist abgeschlossen.
  • Ein Großauftrag ist erledigt.
Musterformulierungen
„Der Arbeitnehmer wird befristet bis zum Abschluss der Apfelernte eingestellt.“ Oder: „Das Arbeitsverhältnis ist bis zum Ende der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit von Frau Müller befristet.“

2. Vereinbaren Sie einen befristeten Rahmenarbeitsvertrag für eine längere Dauer

Innerhalb des Rahmens können Sie Ihre Aushilfen dann immer wieder zu einzelnen Arbeitseinsätzen abrufen. Ist dieser Vertrag auf längstens ein Jahr befristet und sind innerhalb dieses Jahres maximal 50 Arbeitseinsätze, insgesamt also höchstens 50 Arbeitstage, geplant, bleibt das Arbeitsverhältnis als kurzfristige Beschäftigung sozialversicherungsfrei.

Unerheblich ist dabei, wie viel der Mitarbeiter verdient und wie viele Stunden er an einem Tag arbeitet. Vereinbaren Sie außerdem ausdrücklich eine Kündigungsmöglichkeit (sonst ist ein befristeter Vertrag vor Ablauf nicht kündbar), so dass Sie den Vertrag notfalls auch vorzeitig beenden können, wenn Sie die Aushilfe schon vor Ablauf des Jahres nicht mehr benötigen.

Wichtig: Verlängern Sie den Vertrag aber nach seinem Ablauf oder schließen Sie unmittelbar daran anschließend einen neuen Rahmenarbeitsvertrag ab, tritt Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung mit dem Tag der Verlängerung bzw. mit Abschluss des neuen Vertrags ein.

Der Mitarbeiter darf bei keinem weiteren Arbeitgeber kurzfristig beschäftigt sein, da mehrere kurzfristige Beschäftigungen zusammengerechnet werden. Wird die Zeitgrenze dadurch überschritten, wird das Arbeitsverhältnis voll sozialversicherungspflichtig.

 

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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