Geringfügige Beschäftigung – wer profitiert von den Sonderregelungen?

Für geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer gelten sozialversicherungs- und steuerrechtliche Sonderregelungen, was deren Einsatz für viele Unternehmen besonders interessant macht. Nichtsdestotrotz ist jede geringfügige Beschäftigung bei der Sozialversicherung meldepflichtig.

Als geringfügig Beschäftigte werden alle Arbeitnehmer gezählt, die entweder einem Minijob oder einer kurzfristigen Beschäftigung nachgehen.

Kurzfristige Beschäftigung – so geht‘s

Ihr Mitarbeiter ist kurzfristig bei Ihnen beschäftigt, wenn seine Beschäftigung auf maximal drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage begrenzt ist (diese Grenze gilt bis 31.12.2018).

Der Vorteil liegt auf der Hand: Bei einer kurzfristigen Beschäftigung fallen grundsätzlich keine Sozialabgaben an. Sie haben allerdings die Umlagen U1, U2, den Beitrag zur Unfallversicherung sowie die Insolvenzgeldumlage abzuführen. Sie versteuern das Arbeitsentgelt entweder pauschal mit 25% oder entsprechend den Angaben auf der Lohnsteuerkarte des Beschäftigten.

Voraussetzungen für die 25 %-Pauschalversteuerung von geringfügigen Beschäftigungen

  • Der Mitarbeiter wird nur gelegentlich, nicht regelmäßig bei Ihnen beschäftigt.
  • Er ist nicht mehr als 18 Arbeitstage zusammenhängend beschäftigt (ohne arbeitsfreie Samstage, Sonn- und Feiertage, Krankheits- und Urlaubstage).
  • Der durchschnittliche Stundenlohn beträgt höchstens 12 Euro.
  • Die Vergütung übersteigt während der Beschäftigung nicht den durchschnittlichen Betrag von 62 Euro je Arbeitstag (Ausnahme: unvorhersehbarer Bedarf an Arbeitskräften).

So berechnen Sie die Grenze für geringfügig entlohnte Beschäftigungen

Achtung, um zu überprüfen, ob einer Ihrer Arbeitnehmer einem Minijob nachgeht, müssen Sie neben den regelmäßigen Gehaltszahlungen auch Einmalzahlungen, wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld berücksichtigen. Durchschnittlich darf Ihr Mitarbeiter nicht mehr als 450 € im Monat verdienen. Übersteigt der monatliche Verdienst Ihres Mitarbeiters die gesetzliche Grenze mehr als drei Monate lang, so liegt keine geringfügige Beschäftigung mehr vor.

Bei einer geringfügigen Beschäftigung ist der Mitarbeiter in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung nicht versichert und braucht keine Beiträge zu entrichten. Als Arbeitgeber tragen Sie jedoch einen pauschalen Beitrag zur Kranken- und Rentenversicherung. Der Arbeitnehmer ist dabei nicht krankenversichert. Für geringfügige Beschäftigungen gilt Rentenversicherungspflicht.

Vergleich geringfügige Beschäftigung und sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse

Geringfügige Beschäftigungen gelten als „normale Arbeitsverhältnisse“. So besteht auch Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und auch  die Feiertagsvergütung ist gültig. Das Bundesurlaubsgesetz gilt ebenso für geringfügig Beschäftigte. Für Frauen in Minijobs kommt auch das Mutterschutzgesetz zur Anwendung.

Gratis-Download

Mitarbeiter Ihres Unternehmens, die zwischen 450,01 € und 850 € monatlich verdienen, befinden sich automatisch in der sogenannten Gleitzone. Für diese…

Jetzt downloaden
Geringfügige Beschäftigung

| Günter Stein - Die Frage: Ich beschäftige zwei Angestellte im Einzelhandel. Vertraglich sind 20 Wochenstunden vereinbart, auf Zugrundelegung einer 6-Tage Woche. Der… Artikel lesen

| Günter Stein - Ein ganz aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) zeigt: Wenn Sie das Entgelt für Ihre Teilzeitkräfte festlegen, müssen Sie vorsichtig sein.… Artikel lesen

| Günter Stein - Die Frage: Wir haben eine Mitarbeiterin in Teilzeitbeschäftigung (Gleitzone) bei schwankender Beschäftigung als Museumskraft. Artikel lesen

| Günter Stein - Das kommt gerade bei Teilzeitkräften häufiger vor: Sie arbeiten nicht nur bei Ihnen, sondern auch noch für andere Arbeitgeber. In diesem Fall hat der… Artikel lesen

| Günter Stein - Frage: Ich habe 2 Jahre eine Aushilfe beschäftigt. Sie wurde bei uns als freie Mitarbeiterin geführt und bei Bedarf eingesetzt.… Artikel lesen

| Günter Stein - Die Beschäftigung von geringfügig entlohnten Teilzeitkräften und Aushilfen ist für Sie als Arbeitgeber besonders günstig. Häufig beschäftigen Sie… Artikel lesen

| Günter Stein - Möchten Sie einen befristeten Vertrag mit einem Mitarbeiter abschließen, benötigen Sie einen Sachgrund. Das gilt dann, wenn der Mitarbeiter schon… Artikel lesen

| Günter Stein - Die Frage: Eine Mitarbeiterin geht in Elternzeit. Jetzt möchten wir für die Dauer der Elternzeit eine Arbeitnehmerin mit befristetem Arbeitsvertrag… Artikel lesen

| Günter Stein - Frage: Ich beschäftige nur 3 400- €-Kräfte. Muss ich eine Lohnsteueranmeldung abgeben? Artikel lesen

| Günter Stein - Möchte ein Mitarbeiter Altersteilzeit nutzen, sollten Sie sorgfältig überprüfen, ob alle Voraussetzungen hierfür erfüllt sind. Nur dann erhält Ihr… Artikel lesen

| Günter Stein - Einen Azubi, der gleichzeitig Jugend- und Auszubildendenvertreter ist, müssen Sie nach Abschluss seiner Ausbildung einstellen, wenn dieser einen… Artikel lesen

| Günter Stein - Tragen Ihre Mitarbeiter Arbeitskleidung, dürfen Sie als Arbeitgeber einen Teil der Kosten für die Kleidung auf Ihre Beschäftigten abwälzen. Dies gilt… Artikel lesen

| Günter Stein - Frage: Eine Kollegin arbeitet in unserem Betrieb in Altersteilzeit. Und zwar in Form von Teilzeitarbeit. Auf Grund von Urlaub und Krankheit vieler… Artikel lesen

| Günter Stein - Stellen Sie eine Teilzeitkraft ein, sollten Sie die Teilzeit entsprechend eindeutig vereinbaren. Sonst wird im Streitfall von einem… Artikel lesen

| Günter Stein - Müssen Ihre Mitarbeiter Arbeitskleidung tragen, dürfen Sie als Arbeitgeber einen Teil der Kosten für die Kleidung auf die Beschäftigten abwälzen. Das… Artikel lesen

| Günter Stein - Im Jahr 2010 oder je nach Situation auch bereits früher steht auch Ihnen die nächste Betriebsratswahl bevor. Die Größe des Betriebsrats richtet sich… Artikel lesen

| Günter Stein - Die Frage: Eine Mitarbeiterin befindet sich bald in Elternzeit und möchte in dieser Zeit eventuell als Teilzeitkraft weiterarbeiten. Bleibt sie über… Artikel lesen

| Günter Stein - Die Frage: Wir haben eine schwer behinderte Mitarbeiterin, die aus gesundheitlichen Gründen nur noch 15,6 Wochenstunden arbeitet. Sie hat vor, in… Artikel lesen

| Günter Stein - Wenn es nicht mehr anders geht, müssen Sie eine betriebsbedingte Kündigung aussprechen. Ist der zu kündigende Mitarbeiter noch keine 6 Monate bei… Artikel lesen

| Günter Stein - Ein gut gemeintes ist noch lange kein gutes Gesetz. Der beste Beweis ist der gesetzliche Anspruch Ihrer Arbeitnehmer auf eine Reduzierung der… Artikel lesen

Produktempfehlungen

Trends und Impulse für Ihre Personalarbeit

RECHTSSICHERHEIT | AUSBILDUNGSQUALITÄT | RECRUITING

Ein Praxis-Webinar für Prokuristen und Führungskräfte

Ein Praxis-Webinar für Prokuristen und Führungskräfte

Grundlagen der Prokura, Beschränkungen und Haftungsvermeidung

Alles rund um das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement

Jobs