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Teilzeitkräfte dürfen Umverteilung der Arbeitszeit verlangen

 

Von Günter Stein,

Teilzeitarbeitnehmer, die ihre tägliche Arbeitszeit reduzieren und umverteilen wollen, haben darauf Anspruch. Das geht aus einem neuen Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) München hervor:

Das gilt, wenn die Umverteilung zur Folge hat, dass die tägliche Arbeitszeit nicht sinkt, sondern sogar steigt – jedenfalls solange das Ziel ist, im Gegenzug einen freien Arbeitstag während der Woche zu erhalten (8.5.2008, Az. 2 Sa 1140/07).

Teilzeitkräfte: Es galt die Vertrauensarbeitszeit

Ein Arbeitnehmer war als Sachbearbeiter bei seinem Arbeitgeber beschäftigt. Er arbeitete 40 Stunden pro Woche. Im Betrieb galt die Vertrauensarbeitszeit. Nach einem Handbuch für die Arbeitnehmer war ein 8-Stunden-Tag im Betrieb üblich. Die ca. 70 Beschäftigten des Arbeitgebers arbeiteten jedoch nicht täglich 8 Stunden. Maßgeblich für sie war, dass die Arbeitszeit im Durchschnitt mindestens 40 Wochenstunden betrug. Anfang des Jahres 2007 beantragte der Sachbearbeiter die Verringerung seiner wöchentlichen Arbeitszeit um 4 Stunden bei gleichzeitiger Verteilung der verbleibenden Arbeitszeit auf 4 mal 9 Stunden von Montag bis Donnerstag.

Teilzeitkräfte: Arbeitgeber lehnt Verteilungswunsch ab

Der Arbeitgeber stimmte dem Verringerungswunsch zu. Den Verteilungswunsch lehnte er allerdings ab. Das begründete er damit, dass dieser dem Grundsatz des 8-Stunden- Tages widersprach und dem Organisationskonzept der Vertrauensarbeitszeit entgegenstehe. Der Arbeitgeber lehnte das Verlangen mit der Begründung ab, dass bei einer Verlängerung der täglichen Arbeitszeit auf 9 Stunden die Möglichkeit des Arbeitnehmers, Überstunden zu leisten, erheblich eingeschränkt wäre. Der Arbeitgeber ging davon aus, dass der Verteilungswunsch, der einen arbeitsfreien Freitag sowie die Erhöhung der täglichen Arbeitszeit beinhalte, nicht von § 8 Abs. 4 Satz 1 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) gedeckt sei. Der Verteilungswunsch sei nur insoweit zu berücksichtigen, als er sich auf die Verteilung der Arbeitszeit beziehe, um welche die bisherige Arbeitszeit verringert werden sollte, nicht jedoch bei einer Neuverteilung und Verlagerung der Arbeitszeit insgesamt.

Teilzeitkräfte: Arbeitgeber muss Verteilungswunsch nachkommen

Mit dieser Begründung überzeugte er die Richter nicht. Das Gericht schloss sich der Ansicht des Arbeitnehmers an, dass der Verteilungswunsch des Arbeitnehmers von § 8 Abs. 4 TzBfG gedeckt sei.

Tipp: Sollte einer Ihrer Kollegen ein vergleichbares Begehren bei Ihrem Arbeitgeber eingereicht haben, raten Sie ihm, seiner Begründung das genannte Urteil des LAG München beizulegen.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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