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Wie berechnet sich der Urlaub bei teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmern?

 
Arbeitsrecht Urlaubsanspruch 03 M

Von Günter Stein,

Frage: Einer unserer Kollegen arbeitet lediglich 50 %. Er ist in der Zeit von Montag bis Freitag täglich von 8 bis 12 Uhr im Betrieb tätig. Sein Urlaubsanspruch ist im Arbeitsvertrag mit 30 Tagen beziffert. Das entspricht dem Urlaubsanspruch, den die in Vollzeit beschäftigten Kollegen auch haben. Nun hat ihn unser Arbeitgeber angesprochen und gesagt, dass er den Vertrag ändern möchte. Er ist der Ansicht, dem Kollegen stehe nur die Hälfte des üblichen Urlaubsanspruchs, also 15 Tage, zu. Geht das?

Frage: Einer unserer Kollegen arbeitet lediglich 50 %. Er ist in der Zeit von Montag bis Freitag täglich von 8 bis 12 Uhr im Betrieb tätig. Sein Urlaubsanspruch ist im Arbeitsvertrag mit 30 Tagen beziffert.

Das entspricht dem Urlaubsanspruch, den die in Vollzeit beschäftigten Kollegen auch haben. Nun hat ihn unser Arbeitgeber angesprochen und gesagt, dass er den Vertrag ändern möchte. Er ist der Ansicht, dem Kollegen stehe nur die Hälfte des üblichen Urlaubsanspruchs, also 15 Tage, zu. Geht das?

Urteilsdienst für den Betriebsrat: Nein, Ihr Arbeitgeber hat nicht das Recht, den Urlaubsanspruch Ihres Kollegen zu schmälern. Der Urlaubsanspruch einer Teilzeitkraft verringert sich zwar grundsätzlich abhängig davon, wie viel sie tätig ist. Das gilt allerdings nur so lange, wie der Beschäftigte tatsächlich in weniger Tagen tätig ist.

Würde Ihr Kollege also Montag und Dienstag voll arbeiten und Mittwoch einen halben Tag, stünde ihm entsprechend weniger Urlaub zu. Da Ihr Kollege aber jeden Tag in den Betrieb kommt, erhält er auch für jeden Tag, an dem er arbeitet, einen prozentualen Urlaubsanspruch. Ihm stehen deshalb die vertraglich zugesicherten Urlaubstage zu.

Beachten Sie: Ihr Arbeitgeber ist zudem nicht berechtigt, den Arbeitsvertrag eines Kollegen rückwirkend zu verschlechtern. Er kann einen Vertrag nicht alleine ändern. Ein betroffener Kollege muss sich stets mit einer geplanten Änderung einverstanden erklären. Das sollte er bei einer Verschlechterung nicht tun.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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