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Minijobber mit Hauptbeschäftigung einstellen – darauf müssen Unternehmen achten

 
Minijobber - was müssen Unternehmen beachten
© Stockwerk-Fotodesign | Adobe Stock

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Minijobber sind für Unternehmen in ganz Deutschland wichtig. Denn sie können personelle Lücken schließen und Tätigkeiten übernehmen, für die keine Vollzeitstelle notwendig ist oder die nur saisonal belegt werden muss. Die Anmeldung eines Minijobs ist zudem mit relativ wenig Bürokratie verbunden. Doch nicht selten haben Minijobber mehrere Jobs. Wenn Unternehmen Minijobber mit Hauptbeschäftigung einstellen, müssen sie einiges beachten.

Was sind die Grundregeln für die Einstellung von Minijobbern?

Die Regularien für Minijobs sind einfach:

  • Minijobber dürfen maximal 450 Euro pro Monat verdienen.
  • Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge werden pauschal berechnet. Sie werden vom Arbeitgeber an die Minijob-Zentrale überwiesen.
  • Minijobber zahlen einen Teil ihres Verdienstes in die Rentenversicherung ein.
  • Ein Minijobber kann mehrere Minijobs ausüben oder das Gehalt seiner Hauptbeschäftigung durch einen Minijob aufbessern.
  • Minijobber zahlen einen Eigenanteil zur Rentenversicherung, wenn sie sich nicht ausdrücklich von dieser Pflicht befreien lassen.
  • Für Minijobber gilt der gesetzliche Mindestlohn.

Arbeitsrechtlich sind Minijobber wie alle anderen Mitarbeiter im Unternehmen gestellt. Sie haben Anspruch auf Urlaub, Entgeltfortzahlung bei Krankheit oder an Feiertagen. Im Unterschied zu Festangestellten erhalten Minijobber kein Krankengeld von ihrer Krankenkasse, wenn sie länger als sechs Wochen krankgeschrieben sind.

Was müssen Arbeitgeber beim Einstellen von Minijobbern beachten?

Die Gehaltsgrenze von 450 Euro darf monatlich nicht überschritten werden. Für die Ermittlung des Durchschnittswerts werden alle Zahlungen an Minijobber berücksichtig, z.B. auch Weihnachtsgeld. Pro Jahr darf die Vergütung nicht über 5.400 Euro liegen. Werden Minijobber nicht für volle 12 Monate beschäftigt, muss die Jahresentgeltgrenze für den Minijob anteilig angepasst werden.

Es gibt eine Ausnahme: Die Jahresgrenze von 5.400 Euro darf bei Minijobbern überschritten werden, wenn sie unvorhersehbar maximal drei Monate lang mehr als 450 Euro verdient haben. Ein solcher Ausnahmefall liegt z.B. dann vor, wenn Minijobber eine Krankheitsvertretung übernommen und deshalb kurzfristig und unvorhersehbar mehr gearbeitet haben.

Berechnungsbeispiele für die Beschäftigung von Minijobbern

Beispiel 1: Unternehmen möchte einen Minijobber schnell, aber flexibel einsetzen. Von Januar bis Juni liegt der Verdienst bei 300, von Juli bis Dezember bei 500 Euro.

  • In diesem Fall handelt es sich um einen Minijob, weil Ihr Minijobber mit 4.800 Euro insgesamt unter der Jahresgrenze von 5.400 Euro liegt. Die monatlichen Schwankungen sind möglich, weil der Job auf ein ganzes Jahr ausgelegt ist.

Beispiel 2: Sie möchten einen Minijobber nur für wenige Monate einsetzen. Der Verdienst zwischen November bis März soll bei 500 Euro monatlich liegen.

  • In diesem Fall liegen Sie zwar mit 3.000 Euro unter der Jahresentgeltgrenze von 5.400 Euro. Allerdings muss diese anteilig auf die fünf Arbeitsmonate heruntergerechnet werden. Sie müssten den Bewerber dann sozialversicherungspflichtig beschäftigen und die vollen Sozialabgaben bezahlen. Die angepasste Entgeltgrenze läge bei 2.250 Euro. Sie entspricht 5 x 450 Euro.

Was müssen Unternehmen bei Minijobbern mit weiteren Beschäftigungen beachten?

Arbeitgeber müssen bei der Einstellung von Minijobbern aufpassen, wenn diese mehrere Jobs ausüben. Folgende Szenarien sind möglich:

Mehrere Minijobs, aber keine Hauptbeschäftigung

Minijobber haben das Recht, mehreren Minijobs nebeneinander und bei unterschiedlichen Arbeitgebern nachzugehen. Allerdings darf die Gesamtsumme aller Minijobs 450 Euro pro Monat nicht überschreiten. Liegt das Arbeitsentgelt mit allen Minijobs zusammen über der 450-Euro-Grenze, gelten alle Jobs als sozialversicherungspflichtig. Sie dürfen dann von Arbeitgebern nicht mehr als Minijobs abgerechnet werden.

Mehrere Minijobs bei Elternzeit oder bei Bezug von Arbeitslosengeld

Wer ALG I oder II bezieht, darf mehrere Minijobs bis zur Grenze von 450 Euro pro Monat ausüben. Der Verdienst, der über den gestatteten Freibetrag hinausgeht, wird allerdings vom Arbeitslosengeld abgezogen.

Während der Elternzeit dürfen Arbeitnehmer einen Minijob annehmen. Dieser darf auch bei ihrem Hauptarbeitgeber angemeldet werden. Denn offiziell sind sie in der Elternzeit nicht mehr beschäftigt und können so einen Minijob annehmen.

Um einen Überblick über die Beschäftigungsverhältnisse von Minijobbern zu erhalten, sollten Arbeitgeber von Bewerbern immer den von der Minijob-Zentrale bereitgestellten Fragebogen ausfüllen lassen.

Bei einer Hauptbeschäftigung ist nur 1 Minijob möglich

Wer einer Hauptbeschäftigung nachgeht, darf einen zusätzlichen Minijob annehmen. Auf diese Weise lassen sich z.B. sehr niedrige Löhne durch einen Zusatzjob aufbessern.

Wichtig ist: Betriebliche Berufsausbildungen oder Vorruhestandsgeld zählen auch zu versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigungen!

Ist es möglich, mehrere Minijobs neben einer Hauptbeschäftigung anzunehmen?

Allgemein gilt, dass neben einer Hauptbeschäftigung nur ein Minijob ausgeübt werden darf. Dabei spielt es keine Rolle, ob zwei geringfügig entlohnte Jobs unter der 450 Euro-Grenze liegen oder nicht. Für einen der beiden zusätzlichen Jobs muss der Arbeitgeber somit die vollen Sozialleistungen abführen.

Arbeitgeber müssen deshalb genau aufpassen, ob Bewerber bereits einer Hauptbeschäftigung nachgehen und ob sie schon einen anderen Minijob ausüben.

Ein Beispiel:

Ein Hausmeister erhält monatliche folgende Löhne:

  • Bei einer Hausverwaltung erhält er seit vielen Jahren 700 Euro pro Monat.
  • Bei einem Arbeitgeber B bezieht er für seine Arbeit 250 Euro monatlich.
  • Bei einem Arbeitgeber C erhält er 180 Euro pro Monat.

Die Hausverwaltung muss in diesem Fall als Arbeitgeber Beiträge für die Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abführen. Die Verdienstgrenze von 450 Euro wird überschritten. Somit ist dieser Job für den Hausmeister die Hauptbeschäftigung.

Beide anderen Jobs übersteigen zwar die monatliche Verdienstgrenze bei Minijobs von 450 Euro nicht. Theoretisch handelt es sich bei beiden um „Minijobs“. Jedoch dürfen Arbeitnehmer bei einer Hauptbeschäftigung nur einen Minijob daneben ausüben. Ob mehrere Jobs zusammen unter der 450 Euro-Grenze liegen, spielt dabei keine Rolle.

Wichtig ist jetzt, bei welchem Arbeitgeber der Hausmeister seinen Job zuerst aufgenommen hat. Denn in diesem Fall ist die Regel einfach:

Die Nebenbeschäftigung, die der Hausmeister neben seiner Hauptbeschäftigung zuerst aufgenommen hat, also Job B, gilt als Minijob. Der Arbeitgeber muss nur die Pauschalbeträge an die Kranken- und Rentenversicherung an die Minijob-Zentrale begleichen.

Das Entgelt für den Job bei Arbeitgeber C wird zur Hauptbeschäftigung hinzugerechnet. Entsprechend handelt es sich nicht mehr um einen Minijob. Der Arbeitgeber C muss für seinen Arbeitnehmer dann Kranken-, Renten- und Pflegeversicherungsbeiträge bezahlen. Da es sich um eine geringfügige Beschäftigung handelt, entfällt die Versicherungspflicht für die Arbeitslosenversicherung.

Wichtig: Die Hausverwaltung und Arbeitgeber C müssen den Job bei der zuständigen Krankenkasse melden. Arbeitgeber B meldet den Minijob bei der Minijob-Zentrale an.

Fazit: Minijob neben Hauptbeschäftigung ist möglich, Arbeitgeber sollten immer rechnen

Grundsätzlich können Minijobber neben der Hauptbeschäftigung einen Minijob ausüben. Wichtig ist dabei, dass der Minijob auch als solcher berechnet werden kann. Arbeitgeber müssen z.B. darauf achten, dass die Jahresentgeltgrenze von 5.400 Euro bei einer 12-monatigen Beschäftigung nicht überschritten wird. Bei einer kürzeren Beschäftigung von Minijobbern muss die Entgeltgrenze an die Arbeitsmonate angepasst werden. Abhängig von der Art des Jobs kann es sich für Arbeitgeber bei flexiblen Einstellungen eher lohnen, Freelancer zu beschäftigen. Für diese müssten keine Sozialabgaben bezahlt werden und die Leistungen können als Nebenkosten steuerlich geltend gemacht werden.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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