Gruß oder Gruss – wann wird das Doppel-S verwendet?

Sind Sie sicher in der Anwendung von "ß" und Doppel-S? In E-Mails oder Briefen ist immer mal wieder die Grußformel "Mit freundlichen Grüssen" zu lesen. Oder es heißt in Immobilienanzeigen "Keine Haftung für die Richtigkeit der Masse", obwohl ohnehin niemand die Wohnung nachwiegen, sondern höchstens die Räume nachmessen würde. Und auch bei dem Wort "Außenanlagen" sehe ich immer wieder die Schreibweise mit Doppel-S.

Die neue deutsche Rechtschreibung sorgt für Verwirrung beim Doppel-S

Nein, die Einführung der neuen deutschen Rechtschreibung hat den Umgang mit der deutschen Sprache wirklich nicht erleichtert. Viele Regeln, die vereinfachend sein sollen, haben dazu geführt, dass die Verwirrung groß ist und viele Texte neuerdings aus einem Mischmasch, einer Mischung aus alter und neuer Rechtschreibung bestehen.

Vielleicht haben Sie in der Hektik des Büroalltags und der Schnelligkeit des E-Mail-Verkehrs auch schon den Gruß mit Doppel-S geschrieben?

Das passiert schon mal, aber wenn Sie zeitgemäß schreiben möchten, gehört die neue Rechtschreibung dazu – und zwar konsequent verfolgt. Ob Sie Bier in Maßen oder in Massen trinken – das ist schon ein wesentlicher Unterschied! Und Ihr Geschäftspartner kommt aus Russland – aus Rußland kommt allenfalls der Schornsteinfeger.

Gut, aber wie setzen Sie das Doppel-S nun richtig ein?

Doppel-S oder “ß”? So sieht die Regel aus:

Das Doppel-S schreibt man immer …

… wenn der vorangegangene Vokal kurz ausgesprochen wird, zum Beispiel in: dass, Kuss, muss, Fass, verpasst.

“ß” schreibt man immer …

… wenn der vorangestellte Vokal lang ausgesprochen wird, zum Beispiel in: Fuß, Spaß, saß, Gruß und grüßen.