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Expertenteams führen

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Wie Sie sich als Teamleiter in Expertenteams auch ohne ausdrückliche Weisungsbefugnis durchsetzen und mit welchen Mitteln Sie Ihre Kollegen motivieren können, erfahren Sie im Folgenden.

Projektarbeit ist heute in den meisten Unternehmen eine Selbstverständlichkeit. Oft ist der Projektleiter jedoch nicht direkter Vorgesetzter der Teammitglieder, sondern hat die Aufgabe, die Ergebnisse und Aktionen der Gruppe zu koordinieren.

1. Lassen Sie das Expertenteam selbstbestimmt arbeiten

Sofern Ihr Auftraggeber nicht ausdrücklich messbare Qualitätskriterien oder einen individuellen Kompetenzrahmen der Teammitglieder vorgegeben hat, sollten Sie bei der Aufgabenverteilung ausschließlich Ergebnisse und Termine vereinbaren. Lassen Sie zu, dass sich die Teammitglieder die Arbeit selbst einteilen und individuell für Ihren Arbeitsbereich überlegen, was zu tun ist.

2. Persönliche Erfolge in Ihrer Teamführung

Erfolgsorientierte Arbeitnehmer nutzen die Mitarbeit in interessanten Projekten gerne auch, um ihre eigene Karriere voranzutreiben. Gestehen Sie jedem Ihrer Teammitglieder die Chance zu, in Präsentationen die eigenen Ergebnisse selber vorzustellen. Publizieren Sie in Projektveröffentlichungen die Namen derjenigen, die für Teilprojekte oder fachliche Teilgebiete verantwortlich waren.
Eventuell streben einige Ihrer Teammitglieder auch selbst Führungsfunktionen an. Erhalten Sie sich deren Motivation, indem Sie sie Meetings und Workshops leiten lassen, die Einarbeitung in Moderationsmethoden und Teamsteuerungstechniken ermöglichen und die Verantwortung für Arbeitsgruppen und Teilprojekte übertragen.

3. So kontrollieren Sie das Expertenteam

Kontrolle kann beim Führen ohne Weisungsbefugnis schwierig sein. Der Grund: Manche Mitarbeiter lehnen es ganz einfach ab, sich von jemandem kontrollieren zu lassen, der gar nicht ihr Vorgesetzter ist. Unter Umständen können Sie aber auch auf Grund mangelnden Fachwissens nicht beurteilen, ob Ihre Teammitglieder gute Arbeit leisten und wie geplant vorankommen. Auf der anderen Seite stehen Sie dem Auftraggeber gegenüber in der Pflicht, sich als Projektleiter stets über den ordnungsgemäßen Fortschritt der Arbeit und die Qualität der Ergebnisse auf dem Laufenden zu halten. Dies können Sie erreichen, indem Sie

  • Ihre Teammitglieder zum Beispiel fragen:
    "Kommen Sie wie geplant voran?",
    "Wie weit sind Sie?",
    "Wie viel Zeit brauchen Sie noch?",
    "Werden Sie voraussichtlich pünktlich fertig?"
    Dass Sie als Projektleiter für Ihre Koordinationsaufgaben solche Fragen stellen müssen, sehen die Mitarbeiter ein. Sie werden Ihnen auch Bescheid sagen, wenn etwas nicht nach Plan läuft;
  • Ihre Teammitglieder bitten, sich gegenseitig regelmäßig über die Schulter zu schauen und so die Qualitätssicherung selbstständig zu betreiben. Sie als Projektleiter halten dagegen schriftlich nur fest, wer bei wem die Zwischenabnahme vorgenommen hat.

Der einfachste und effektivste Weg zur optimalen Motivation liegt im persönlichen Gespräch. Fragen Sie Ihre Teammitglieder:

"Was kann ich tun, damit Ihnen die Arbeit im Projekt Spaß macht?",
"Wie kann ich Ihnen helfen, dieses Projekt für Ihre berufliche Entwicklung zu nutzen?"

4. Führen Sie Ihr Expertenteam durch "Manöverkritik"

Auch im besten Team wird es hin und wieder zu Nachlässigkeiten oder sogar Fehlverhalten kommen. Kritikgespräche sind für Sie als Projektleiter ohne Weisungsbefugnis höchst unangenehm und eher konfliktstiftend als korrigierend. Ganz schnell kommt womöglich das Argument, dass "man sich von Ihnen gar nichts sagen lassen muss". Lassen Sie daher das Team selber förderliches oder hinderliches Verhalten reflektieren. Führen Sie dafür von Anfang an eine regelmäßige "Manöverkritik" ein.
Sie können zum Beispiel jedes Meeting mit den Standardfragen

"Was hat uns geholfen, zu Ergebnissen zu kommen?",
"Was hat uns bei der Arbeit behindert?"

beginnen und die Antworten auf dem Flip-Chart sammeln. Die Mitarbeiter können hier die Dinge erwähnen, die sich positiv oder negativ ausgewirkt haben. Ihre Aufgabe als Projektleiter ist es dabei, engagierte Teammitglieder zu loben. Zu den Störern und Verhindern brauchen Sie wahrscheinlich gar nichts zu sagen - ihnen ist das Feedback durch die Kollegen häufig peinlich genug.

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