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Mitarbeiterführung: 7 Schritte, wie Sie die Angst in Ihrem Team besiegen

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Arbeitsrecht Mitarbeiterfuehrung

Von Günter Stein,

Gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten erfasst viele Mitarbeiter Angst. Diese sieben Schritte zeigen Ihnen, wie Sie dagegen vorgehen können.

1. Identifizieren Sie Ihre eigenen Ängste.Denn erst wenn Sie mit Ihren eigenen Ängsten richtig umgehen, können Sie auch die Ängste Ihrer Mitarbeiter lindern. Setzen Sie sich konkret damit auseinander, was Sie selbst befürchten, auch wenn Sie sich mit diesen unangenehmen Gefühlen lieber nicht befassen wollen. Fragen Sie sich:

  • Welche existenziellen Ängste habe ich? Befürchte ich Kündigung und Jobverlust?
  • Vor welchen vor mir liegenden Management-Aufgaben habe ich Angst?
  • Welche Aspekte der Mitarbeiterführung schaffen mir Unbehagen?
  • Wie gehe ich grundsätzlich mit meiner Angst um?

Tipp für Sie: Beantworten Sie sich diese Fragen am besten schriftlich. Konfrontieren Sie sich mit Ihren eigenen Ängsten, und entwickeln Sie für sich selbst Worst-Case-Strategien, nach dem Motto: Was kann schlimmstenfalls passieren und wie gehe ich dann damit um?

Damit haben Sie Ihre eigenen innerpsychischen „Baustellen“ bearbeitet und sind frei, konstruktiv auch die Chancen der Zukunft zu sehen und so positiv eingestellt die Führung und Motivation Ihrer Mitarbeiter zu übernehmen.

Beispiel: Es gibt Führungskräfte, die aus lauter Angst um die Zukunft und Sorge vor kritischen Fragen der Mitarbeiter in schwierigen Zeiten mauern und überhaupt keine Mitarbeitergespräche mehr führen. Andere lassen selbst offen die Flügel hängen und zeigen keinerlei Zuversicht, weil die eigene Angst zu groß ist.

Besser: Stellen Sie sich vor Ihre Mannschaft und sagen Sie: „Leute, es sieht sehr schlecht aus. Ich bin genauso beunruhigt und sorge mich um die Zukunft. Doch hier ist der Plan.“ oder auch „Ich habe spontan keinen Plan, aber ich werde einen haben – und wir werden gemeinsam spätestens nächste Woche darüber sprechen.“ Das heißt: Sie geben zu und zeigen, dass auch Sie ein Mensch sind und Angst haben. Aber Sie können damit umgehen, trotzdem Zuversicht zeigen und haben Ihre Handlungsfähigkeit nicht verloren.

Fazit: Als Führungskraft müssen Sie Stärke zeigen. Sie müssen eine eigene Angstbewältigungsstrategie finden. Denn es ist sehr wichtig, dass Sie mit Angst umgehen können – auch mit Ihrer eigenen. Sie dürfen Emotionen haben – natürlich! Sie dürfen auch Emotionen zeigen. Aber Sie dürfen Ihren Emotionen, in diesem Fall Ihren Zweifeln, nicht nachgeben und Ihren täglichen Umgang mit Ihren Mitarbeitern dadurch beeinflussen lassen.

Mitarbeiterführung: Beschönigen Sie die Situation nicht

2. Beschönigen Sie die Situation nicht.Wenn die Krise auch Ihr Unternehmen und Ihr Team erfasst, hat es keinen Sinn, die schwierige Lage zu verschweigen. Ihre Mitarbeiter sind nicht dumm und wissen früher oder später ganz genau um den Ernst der Situation. Sie würden es Ihnen nie verzeihen, wenn Sie versuchten, ihnen irgendetwas vorzumachen.

Tipp: Sagen Sie Ihren Mitarbeitern ganz klar, wie die Sache aussieht. Bleiben Sie bei der Wahrheit und schildern Sie die Unternehmenssituation so objektiv wie möglich. Dramatisieren Sie nicht, aber verschweigen Sie auch nichts.

3.Reden Sie die Ängste der Mitarbeiter nicht klein.Wenn Ihr Unternehmen betroffen ist, werden Ihnen Ihre Mitarbeiter Fragen stellen. Auch hier ist es das Beste, erst einmal alle Fragen rund um die Angst Ihrer Mitarbeiter zuzulassen: Wie geht es weiter? Wie steht unser Unternehmen da? Wird es Entlassungen geben? usw., usw.

Tipp: Blocken Sie die Fragen nicht ab, sondern stellen Sie sich ihnen. Bleiben Sie ehrlich und beantworten Sie die Fragen wahrheitsgemäß. Wenn Sie zu einer bestimmten Frage noch nichts wissen, geben Sie Ihre Unkenntnis wahrheitsgemäß zu: „Dazu habe ich leider auch keine Informationen“ ,„Das steht in den Sternen ...“ Machen Sie sich am besten schon im Voraus Gedanken zu den Fragen, die eventuell von Ihren Mitarbeitern kommen könnten, damit Sie sofort eine Antwort parat haben.

Mitarbeiterführung: Versichern Sie Ihre Solidarität und Unterstützung

4. Versichern Sie Ihren Mitarbeitern Ihre Solidarität und Unterstützung.Alle sitzen in einem Boot und Sie sind der Kapitän. Geben Sie Ihren Leuten das Gefühl, dass Sie jederzeit für sie da sind und alles tun werden, um auch alle im Boot zu halten und sicher an Land zu bringen.

Tipp: Verschweigen Sie aber auch nicht, dass es vielleicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen könnte. Wenn die Flottenführung zu dem Schluss kommt, dass Ihr Teamboot überfüllt ist, müssen Sie sich dieser Entscheidung beugen. Nach der Sozialauswahl werden diejenigen das Boot verlassen müssen, die am besten schwimmen und aus eigener Kraft wieder Land erreichen können. Sagen Sie, dass Sie auch in diesem schlimmsten Fall für Ihre Leute da sein wollen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen werden.

5.Geben Sie Ihren Leuten Hoffnung.Angst kann nur durch Vertrauen abgebaut werden. Um Ihnen vertrauen zu können, brauchen Ihre Mitarbeiter ein realistisches Ziel. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern auf, dass aus der Krise auch Chancen entstehen können. Vermitteln Sie ihnen ein klares Ziel, das sie gemeinsam mit Ihnen anstreben können.

Tipp: Wichtig ist, dass Sie selbst an Ihre Worte glauben. Ihr positives Szenario muss authentisch bei Ihren Mitarbeitern ankommen. Ihre Mitarbeiter müssen glauben, dass Sie einen umsetzbaren Plan haben, der zu einem positiven Ergebnis führen kann: „Meine Führungskraft sieht die Sache realistisch, aber sie handelt: Sie führt, sie geht mit der schlechten Lage um und sie wird einen Plan haben. Sie glaubt an die Möglichkeiten, die Auftragslage zu verbessern.“ Nur so können Ihre Mitarbeiter Ihnen als Führungskraft vertrauen.

Mitarbeiterführung: Nutzen Sie die Kraft, die aus Angst entstehen kann

6. Nutzen Sie die Kraft, die aus der Angst entsteht.Angst hat auch eine Kehrseite: die Aggression. Positiv genutzt wird die aus der Angst entstehende Energie zum Kampfgeist.

Tipp: Nachdem Sie womöglich den Worst Case, also betriebsbedingte Entlassungen, ins Auge fassen mussten, schwören Sie Ihre Mitarbeiter darauf ein, dieses Szenario nicht Realität werden zu lassen. Jetzt geht es darum, mit aller Kraft, jeder für jeden, zu rudern, damit alle im Boot bleiben können und Sie gemeinsam schnell wieder ruhigere Gewässer erreichen. Nicht Ellbogenmentalität ist jetzt für den Einzelnen nutzbringend, sondern Kameradschaft.

7.Kommunizieren Sie mehr denn je.Den schlimmsten Führungsfehler, den Sie in Krisenzeiten machen können, ist, Ihre Mannschaft im Unklaren zu lassen. Damit nähren Sie Angst und Misstrauen nicht nur Ihnen gegenüber, sondern auch unter Ihren Mitarbeitern.

Tipp: Werden Sie zum leidenschaftlichen Kommunikator. Reden Sie so viel wie möglich mit Ihren Mitarbeitern. Informieren Sie sie zeitnah über jeden weiteren Schritt. Rufen Sie Ihre Leute, so oft es die Zeit erlaubt, zusammen und informieren Sie sie über die aktuelle Position Ihres Teams und Unternehmens. Bleiben Sie dabei immer ehrlich. Nur so können Sie das Vertrauen Ihrer Leute in Ihre Führungsfähigkeiten auch in Krisenzeiten bewahren.

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