Gratis-Download

Erfahren Sie hier, wie Sie Mitarbeitergespräche als Führungsinstrument sinnvoll und effizient einsetzen und welche klaren Gesprächsstrukturen bei...

Jetzt downloaden

Mitarbeiterführung: Auch Versetzungen für nur einen Tag können mitbestimmungspflichtig sein

0 Beurteilungen

Von Günter Stein,

Die Frage: Um für mehr Flexibilität beim Personaleinsatz zu sorgen, möchten wir Arbeitnehmer auch mal bloß für einen Tag an andere Arbeitsplätze versetzen. Inwieweit spricht bei solchen Maßnahmen der Betriebsrat mit?

Mitarbeiterführung: Wann der Betriebsrat bei Versetzung mitreden darf

Die Antwort: Fällt irgendwo ein Arbeitnehmer aus, muss schnell und unbürokratisch Abhilfe geschaffen werden, indem ein anderer Mitarbeiter an diesem Arbeitsplatz einspringen muss. Eine solche Maßnahme kann aber eine Versetzung sein, bei der regelmäßig Ihr Betriebsrat ein Wörtchen mitreden will. Wann er dies darf und wann nicht, zeigt dieses Urteil:

Mitarbeiterführung: Betriebsrat klagte gegen Versetzungen

Ein deutsches Flugunternehmen hatte am Düsseldorfer Flughafen bei Krankheitsfällen schnell Abhilfe geschaffen und kurzfristig andere Mitarbeiter auf die Arbeitsplätze der erkrankten Kollegen versetzt. Dabei handelte die Fluglinie unkonventionell: Teilweise wurden auf dem Rollfeld beschäftigte Mitarbeiter als Krankheitsvertretung am Ticketschalter im Flughafengebäude eingesetzt. Weil die Versetzungen oft nur einen Tag dauerten, verzichtete die Arbeitgeberin darauf, den Betriebsrat einzuschalten. Dieser reagierte verärgert und schaltete das Arbeitsgericht ein. Die Arbeitnehmervertretung hatte aber nur teilweise Erfolg. Die Arbeitsrichter nahmen nämlich jede einzelne Versetzung genau unter die Lupe und entschieden:

Mitarbeiterführung: Bei Versetzung sicherheitshalber den Betriebsrat fragen

Ob der Betriebsrat nach § 99 mitbestimmen dürfe, hänge davon ab, wie erheblich die neue Tätigkeit von den bisherigen abweiche. Ein mit den betrieblichen Verhältnissen betrauter Beobachter müsse die neue Tätigkeit insgesamt als „eine andere“ betrachten können. Hierbei spielten nicht nur die unterschiedlichen Arbeitsbereiche, wie etwa die Fluggastabfertigung oder die Gepäckermittlung eine Rolle, sondern auch mit der neuen Tätigkeit verbundene Änderungen bei der Arbeitszeit oder des Arbeitsorts sowie des zu bedienenden Publikums (LAG Düsseldorf, Beschluss vom 29.02.2008, Az.: 9 TaBV 91/07).

Deshalb: Wollen Sie kurzfristige Personallücken, wie sie etwa durch Krankheit entstehen, durch Versetzung anderer Mitarbeiter auf die vorübergehend verwaisten Arbeitsplätze schließen, sollten Sie sicherheitshalber Ihren Betriebsrat einschalten, denn hier liegt eine kurzfristige Umsetzung vor. Der Betriebsrat sollte über die aktuelle Notsituation und über die geplanten Umsetzungen informiert werden. Zwar ist der Einsatz auf einem anderen Arbeitsplatz in der Regel nur dann eine Versetzung, wenn dieser länger als einen Monat dauert. Das gilt aber nur, wenn sich für den an einem fremden Arbeitsplatz eingesetzten Mitarbeiter die Aufgabenbereiche nicht zu sehr ändern. Da solche Probleme in der Praxis tagtäglich vorkommen, lautet die Devise: Kommunizieren Sie mit Ihrem Betriebsrat und informieren Sie ihn über erforderliche personelle Maßnahmen. Nur ein übergangener Betriebsrat geht auf Konfrontationskurs!

Erfolgreiche Mitarbeiterführung

Lernen Sie die wichtigsten Führungsgeheimnisse für erfolgreiche Vorgesetzte kennen und bekommen Sie zufriedene Mitarbeiter.

Datenschutz

Anzeige

Gratis Downloads
28 Beurteilungen
7 Beurteilungen
13 Beurteilungen
Produktempfehlungen

Umfassend über die neuesten Entwicklungen im Personalbereich informiert

Der persönliche 15-Minuten-Coach für erfolgreiche Führungskräfte, Chefs und Vorgesetzte.

Auf alle Personalfragen rechtssichere und sofort umsetzbare Antworten

Stark in der Region: Aktuelle Entwicklungen und Empfehlungen für Personalentscheider

Das praxisnahe und kompetente Nachschlagewerk für Ihren erfolgreichen Einsatz von Excel

Sichern Sie sich jetzt Ihr gutes Recht als Arbeitgeber