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Mitarbeiterführung: Azubi mit zu vielen Fehlzeiten? So reden Sie Tacheles mit ihm!

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Arbeitsrecht Mitarbeiterfuehrung Azubis

Von Günter Stein,

Die Frage: Einer unserer Azubis (zweites Lehrjahr) zeigt ein stetig ansteigendes Fehlzeitenkonto auf. Wir wollen jetzt mit ihm ein klärendes Gespräch führen. Worauf müssen wir achten?

Die Frage: Einer unserer Azubis (zweites Lehrjahr) zeigt ein stetig ansteigendes Fehlzeitenkonto auf. Wir wollen jetzt mit ihm ein klärendes Gespräch führen. Worauf müssen wir achten?

Worauf Sie bei einem Fehlzeitengespräch achten müssen

Die Antwort: Ihre Überlegung, mit dem Azubi ein Fehlzeitengespräch zu führen, ist goldrichtig. Denn wenn die Fehlzeiten deutlich zunehmen, sind Sie als Ausbilder gefordert, den Grund für die Fehlzeiten zu ermitteln. Das Fehlzeitengespräch ist das richtige Instrument dafür. Wenn Sie die folgenden, bewährten Regeln beachten, kann eigentlich nichts schiefgehen:

Warten Sie nicht zu lange mit dem Fehlzeitengespräch

Regel 1: Warten Sie nicht zu lange mit dem Gespräch.

Warten Sie nicht noch einige Tage, wenn eine Krankheitsphase vorbei ist. Streben Sie das Fehlzeitengespräch unmittelbar nach der Rückkehr des Auszubildenden an, möglichst am 1. oder 2. Tag.

Regel 2: Inszenieren Sie keinen Überfall.

Vermeiden Sie es, den Azubi sehr kurzfristig zu sich zu bitten. Mit einem Anruf nach dem Motto „Kommen Sie doch bitte mal in mein Büro“ verunsichern Sie ihn unnötig. Zudem lassen Sie ihm keine Zeit, sich vorzubereiten bzw. die Gedanken zu sortieren. Optimal ist es, wenn Sie telefonisch einen Termin für denselben Tag vereinbaren. Dann muss der Auszubildende über den vielleicht unangenehm erscheinenden Termin nicht über Nacht grübeln.

Regel 3: Begrüßen und formulieren Sie positiv.

Zeigen Sie sich erfreut, dass der Auszubildende wieder mit von der Partie ist.

Regel 4: Fragen Sie allgemein nach dem Befinden.

Manchmal führt bereits eine simple Frage zum Ziel: „Wie geht es Ihnen jetzt?“, könnte diese lauten. Vielleicht brechen Sie damit bereits das Eis.

Regel 5: Bringen Sie den Auszubildenden auf Stand.

Berichten Sie ihm darüber, was er möglicherweise auf Grund seiner Krankheitsphase noch nicht wissen kann. Damit ist er nicht auf die Information Dritter angewiesen und der Wiedereinstieg wird ihm erleichtert.

Binden Sie den Azubi mit in die Problemlösung ein

Regel 6: Kommen Sie zum Kern.

Fragen Sie konkret nach Belastungen durch die Ausbildung, die möglicherweise ein Grund für die Krankmeldung gewesen sein könnten. Seien Sie dabei verständnisvoll und einfühlend. Signalisieren Sie, dass Sie das nicht nur wissen wollen, sondern gerne etwas ändern würden. Will der Auszubildende offensichtlich nicht „raus mit der Sprache“, geben Sie ihm Zeit und bieten sich weiter als Gesprächspartner an, der die Kompetenz und den Einfluss hat, etwas zu verändern.

Regel 7: Binden Sie den Azubi auch bei der Problemlösung mit ein.

Fragen Sie den Auszubildenden, welche Änderungen er sich wünscht. Zeigen Sie ihm auf, ob seine Wünsche realisierbar sind. Und wann immer möglich und mit der Ausbildungsordnung vereinbar: Gehen Sie auf die Wünsche ein. Möglicherweise reicht ein gewünschter Abteilungswechsel aus, hinter dem unter Umständen nur das Bedürfnis steht, mit einem bestimmten Kollegen nicht mehr zusammenarbeiten zu müssen. Oder tragen Sie aktiv (z. B. durch ein moderiertes Gespräch) zu einer notwendigen Aussprache zwischen Ihrem Azubi und seinem „Konfliktpartner“ bei.

Regel 8: Fassen Sie das Gespräch positiv zusammen.

Geben Sie dem Gespräch einen verbindlichen Charakter und erinnern Sie an die Inhalte, indem Sie die Ergebnisse zusammenfassen. Wurden Aufgaben verteilt, dann nennen Sie diese beim Namen. Gerade auch, wenn Sie sich zur Hilfestellung verpflichtet haben, sagen Sie konkret, bis wann der Azubi mit der Umsetzung rechnen kann. Für Sie hat diese dann tatsächlich oberste Priorität. Zeigen Sie so Verlässlichkeit und bauen Sie das vorhandene Vertrauen auf diese Weise aus.

Sollten die häufigen Fehlzeiten tatsächlich betriebsinterne Gründe haben, besteht so die Aussicht, eine Änderung zu bewirken. Auch wenn Ihnen der Azubi möglicherweise nicht die Wahrheit sagt: Wenn Sie seine Änderungswünsche genau analysieren und umsetzen, dann besteht die berechtigte Hoffnung, dass Sie die Ursache abmildern oder sogar beseitigen.

Hinweis: Wenn ein Fehlzeitengespräch nicht fruchtet und Sie als Ursache „Krankfeiern“ vermuten, dann sollten Sie sich künftig die Krankmeldung ab dem ersten Tag vorlegen lassen. Zumindest aber sollten Sie diese Maßnahme als eine mögliche Folge ankündigen.

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