Gratis-Download

Erfahren Sie hier, wie Sie Mitarbeitergespräche als Führungsinstrument sinnvoll und effizient einsetzen und welche klaren Gesprächsstrukturen bei...

Jetzt downloaden

Mitarbeiterführung: Gezielt gegen Blaumacher vorgehen

0 Beurteilungen
Urheber: Piotr Marcinski | Fotolia

Von Günter Stein,

Es gibt sie fast in jedem Betrieb: die Blaumacher. Gerne machen sie sich einen faulen Lenz auf Kosten der Arbeitskollegen. Berüchtigt sind besonders die Freitags- oder Montagskrankmacher.

Gerne wird mit solchen Ausfällen auch der Urlaub um einige Tage vorverlegt oder ein wenig verlängert. Das Problem für Sie als Arbeitgeber ist dann meist: Wie sollen Sie solchen Arbeitnehmern auf die Spur kommen? Hier hilft nur eines: Sie müssen systematisch vorgehen und den Mitarbeiter bei seinen unerlaubten Aktivitäten „überführen“. Ganz wichtig ist, dass Sie nicht nach „Bauchgefühl“ reagieren, sondern mit Fakten aufwarten. Denn der Vorwurf des Blaumachens steht schnell im Raum. Viel schwieriger ist es, dies auch nachzuweisen.

Die folgenden 4 Schritte bringen Sie dabei auf den richtigen Weg:

Mitarbeiterführung - 1. Schritt: Die Fehlzeiten müssen genau erfasst werden

Zuerst sollten Sie genau wissen, wie oft und wann Ihr Mitarbeiter gefehlt hat. Verschaffen Sie sich deshalb einen Überblick über Umfang und Dauer der Fehlzeiten. Ganz wichtig sind dabei die genaue zeitliche Lage der jeweiligen Ausfallzeiten und die Verbindung mit anderen Abwesenheitszeiten, wie zum Beispiel Urlaub, Fortbildung oder Freischichten. Erfassen Sie diese Daten für jeden einzelnen Mitarbeiter. Nur so fallen Ihnen häufige Montags-/Freitags- Erkrankungen sowie Erkrankungen an Brückentagen und im Anschluss an Urlaubszeiten auf. Wenn Sie diese Fehlzeiten elektronisch erfassen wollen, sollten Sie darauf achten, Ihren Betriebs-rat zu beteiligen. Er hat bei der Benutzung entsprechender technischer Erfas-sungssysteme ein Mitbestimmungsrecht gemäß § 87 Absatz 1 Nr. 6 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG).

Mitarbeiterführung - 2. Schritt: Systematische Fehlzeitengespräche erhöhen den Druck

Kein Mensch wird gern mit seinem Fehlverhalten konfrontiert. Bei Blaumachern hat sich eine dauerhafte und konsequent durchgeführte Gesprächsstrategie als sehr wirkungsvoll bewährt. Die Hemmschwelle für „Krankfeiern“ erhöht sich enorm, wenn Ihre Mitarbeiter wissen, dass sie anschließend bei Rückkehrgesprächen Rede und Antwort stehen müssen. Fragen Sie nach der Rückkehr aus einer Arbeitsunfähigkeit gezielt danach,

  • ob die Krankheit nun ausgeheilt ist.
  • ob der Arbeitnehmer wieder voll einsatzfähig ist.
  • ob Veränderungen der Arbeitsbedingungen künftig Abhilfe schaffen und dadurch eine Wiederholung der Arbeitsunfähigkeit vermieden werden kann.

Sofern Sie einen Betriebsrat haben, müssen Sie dessen Mitbestimmungsrecht nach § 87 Absatz 1 Nr. 1 und 6 BetrVG beachten. Ohne Einschaltung des Betriebsrats können Sie nur dann handeln, wenn die Krankenrückkehrgespräche ganz individuell, jeweils unterschiedlich und ohne vorgegebenen Inhalt geführt werden. Sofern Sie diese Gespräche aber formalisiert nach einer bestimmten vorgegebenen Systematik führen lassen, darf Ihr Betriebsrat mitreden (Bundesarbeitsgericht (BAG), Beschluss vom 08.11.1994, Aktenzeichen: I ABR 22/94, in: Arbeitsrechtliche Praxis (AP) Nr. 24 zu § 87 BetrVG 1972 Ordnung des Betriebs).

Mitarbeiterführung - 3. Schritt: Unentschuldigtes Fehlen muss sanktioniert werden

Wer gegen die Regeln verstößt, muss dies spüren. Dieser Grundsatz ist so alt wie die Menschheit. Unentschuldigtes Fehlen sollten Sie deshalb planvoll und einheitlich sanktionieren. Reagieren Sie auf den jeweiligen Vorfall sofort und ohne Zögern je nach Schwere mit einer

  • Ermahnung,
  • Abmahnung,
  • ordentlichen Kündigung,
  • außerordentlichen Kündigung.

Zusätzlich können Sie das Gehalt anteilig für die unentschuldigten Fehlzeiten kürzen. Dokumentieren Sie die Vorfälle genau und sichern Sie alle Beweise.

Mitarbeiterführung - 4. Schritt: Prävention verhindert unentschuldigte Fehlzeiten

Machen Sie es Ihren Mitarbeitern nicht so leicht, einfach mal den ein oder anderen Tag zu Hause zu bleiben. Hier ist die Prävention immer noch das erfolgreichste Mittel. Folgende Maßnahmen sind praxisbewährt und schnell umzusetzen: n Wenn es Ihren Mitarbeitern an den Geldbeutel geht, reagieren sie empfindlich. Das sollten Sie auch bei den unentschuldigten Fehlzeiten berücksichtigen. Bei Krankheit sind Sie zwar zur Entgeltfortzahlung verpflichtet. Sie können aber mit Ihren Mitarbeitern arbeitsvertraglich vereinbaren, dass etwaige Sondervergütungen für jeden Krankheitstag gekürzt werden. Die Kürzung darf allerdings für jeden Tag der Arbeitsunfähigkeit maximal nur 25 % der Vergütung betragen, die im Jahresdurchschnitt auf einen Arbeitstag entfällt, § 4a Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG).

  1. Sich beim Arbeitskollegen krankzumelden ist der einfachste Weg. Diesen Weg sollten Sie aber verbieten. Legen Sie möglichst bereits im Arbeitsvertrag fest, bei welchen Stellen und/oder Personen sich der Arbeitnehmer bei Verhinderungsfällen zu melden hat. Das gilt gerade auch für telefonische Meldungen aus dem Ausland. In kleineren Betrieben hat es sich bewährt, von den Mitarbeitern zu verlangen, sich beim Arbeitgeber selbst „abzumelden“.
  2. Vereinbaren Sie im Arbeitsvertrag, dass ein ärztliches Attest bereits für den 1. Krankheitstag eingeholt und beim Arbeitgeber oder direkt im Personalbüro vorgelegt werden muss. Grundsätzlich muss der Arbeitnehmer das Attest erst am 4. Krankheitstag vorlegen. Hiervon können Sie gemäß § 5 Absatz 1 Satz 3 EFZG aber abweichen. Formulieren Sie eine entsprechende Arbeitsvertragsklausel etwa wie folgt:

„Der Arbeitnehmer ist im Falle der Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit verpflichtet, bereits am 1. Tag der Arbeitsunfähigkeit eine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtlicher Dauer dem Arbeitgeber vorzulegen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als im Attest angegeben, ist der Arbeitnehmer verpflichtet, unverzüglich eine neue ärztliche Bescheinigung beim Arbeitgeber vorzulegen.“

Erfolgreiche Mitarbeiterführung

Lernen Sie die wichtigsten Führungsgeheimnisse für erfolgreiche Vorgesetzte kennen und bekommen Sie zufriedene Mitarbeiter.

Datenschutz

Anzeige

Gratis Downloads
28 Beurteilungen
7 Beurteilungen
13 Beurteilungen
Produktempfehlungen

Umfassend über die neuesten Entwicklungen im Personalbereich informiert

Der persönliche 15-Minuten-Coach für erfolgreiche Führungskräfte, Chefs und Vorgesetzte.

Auf alle Personalfragen rechtssichere und sofort umsetzbare Antworten

Stark in der Region: Aktuelle Entwicklungen und Empfehlungen für Personalentscheider

Das praxisnahe und kompetente Nachschlagewerk für Ihren erfolgreichen Einsatz von Excel

Sichern Sie sich jetzt Ihr gutes Recht als Arbeitgeber