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Vertrauensarbeitszeit: Ganz ohne Grenzen geht es nicht

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Vertrauensarbeitszeit Mitarbeitermotivation Arbeit

Von Günter Stein,

Immer mehr Betriebe vereinbaren mit ihren Mitarbeitern Vertrauensarbeitszeit. D.h., die Mitarbeiter verteilen die vereinbarte durchschnittliche Arbeitszeit selbst je nach Arbeitsanfall und persönlichen Bedürfnissen. Das soll mehr Effizienz für den Betrieb bei größerer Souveränität und Zufriedenheit für die Mitarbeiter bringen.

Ganz ohne Grenzen geht es jedoch nicht. Denn Sie als Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass Ihre Mitarbeiter das Arbeitszeitgesetz einhalten. Andernfalls drohen Geldbußen bis 15.000€. Bei sorgsamer Gestaltung ist Vertrauensarbeitszeit aber dennoch möglich.

Arbeitszeitkorridor: maximal 13 Std./Tag

Nach §5 ArbZG müssen Ihre Mitarbeiter zwischen 2 Arbeitstagen eine Ruhezeit von mindestens 11 Std. einhalten. Um das zu gewährleisten, legen Sie einen Zeitkorridor von maximal 13 Std./Tag fest, in dem Ihre Mitarbeiter arbeiten dürfen.

Aufzeichnungen an Mitarbeiter delegieren

Nach §16 ArbZG sind Sie verpflichtet, über 8 Std./Werktag hinausgehende Arbeitszeiten aufzuzeichnen und diese Aufzeichnungen 2 Jahre aufzubewahren. Diese Pflicht besteht auch bei Vertrauensarbeitszeit, allerdings können Sie sie an Ihre Mitarbeiter delegieren. Dazu stellen Sie Ihren Mitarbeitern ein entsprechendes Formular zur Verfügung (z.B. im Intranet). Der gesetzlichen Aufzeichnungspflicht ist dann Genüge getan, wenn die Mitarbeiter eintragen, an welchen Tagen sie wie viel mehr als 8 Stunden (zuzüglich Pausen) gearbeitet haben.

Bei einer 5-Tage-Woche gehen Sie sinnvollerweise aber etwas anders vor. Denn nach §3 ArbZG dürfen Ihre Mitarbeiter bis zu 48 Std./Woche arbeiten. Darüber hinausgehende Arbeitszeiten müssen innerhalb von 6 Monaten ausgeglichen werden.

Bitten Sie Ihre Mitarbeiter also aufzuzeichnen, wenn und in welchem Umfang sie

  • montags bis donnerstags mehr als 10 Std. gearbeitet haben,
  • freitags mehr als 8 Std. gearbeitet haben,
  • samstags oder sonntags gearbeitet haben und
  • an welchen Tagen sie entsprechend weniger gearbeitet haben.

Das reduziert den Aufzeichnungsaufwand und kommt dem Schutzgedanken des Arbeitszeitgesetzes am nächsten. Allerdings sollten Sie vorher die Zustimmung der Aufsichtsbehörde einholen, denn die gesetzlichen Vorgaben werden so nicht wörtlich eingehalten. Außerdem müssen Sie stichprobenweise kontrollieren, dass Ihre Mitarbeiter die Aufzeichnungen tatsächlich vornehmen.

Betriebsrat und Führungskräfte einbinden

Vertrauensarbeitszeit funktioniert nur dann rechtlich einwandfrei, wenn Ihre Mitarbeiter und insbesondere die Führungskräfte die zulässigen Arbeitszeiten kennen. Hier sind also die entsprechenden Informationen erforderlich. Die Führungskräfte sollten zudem darauf achten, dass Ihre Mitarbeiter die Arbeitszeitgrenzen einhalten. Den Betriebsrat (sofern vorhanden) sollten Sie bei der Einführung der Vertrauensarbeitszeit einbinden und die oben genannten Punkte in einer Betriebsvereinbarung regeln. Denn auch er kann kontrollieren, ob die Arbeitszeitgrenzen eingehalten werden, und entsprechende Auskünfte von Ihnen verlangen (BAG, 6.5.2003, 1 ABR 13/02).

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