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Was Sie bei minderjährigen Auszubildenden unbedingt beachten müssen

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Arbeitsrecht Ausbildung Minderjährige

Von Günter Stein,

Die meisten Ausbildungsverhältnisse beginnen zu einem Zeitpunkt, wenn der Auszubildende noch minderjährig (15, 16 oder 17 Jahre alt) ist. Ihren 18. Geburtstag feiern diese Lehrlinge, wenn sie bis dahin durchgehalten haben, innerhalb ihrer Lehrzeit.

Für Sie als Ausbilder sind beide Phasen völlig unterschiedlich zu bewerten: Vorher gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz, nachher gilt es nicht mehr. Das hat direkte Auswirkungen auf die Ausbildungspraxis.

Wer ist Jugendlicher?

Für Kinder (bis 14 Jahre) gilt ein generelles Beschäftigungsverbot. Die im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) aufgeführten Ausnahmen sind für die Ausbildung in der Regel nicht relevant. Allerdings sollten Sie wissen: Vor der Ausbildung können Sie Personen im Kindesalter, bei denen der Schul-Lehrplan ein Betriebspraktikum vorsieht, ein solches absolvieren lassen. Ab einem Alter von 15 Jahren bis zum 18. Geburtstag ist man Jugendlicher im Sinne des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Auf diese Personengruppe beziehen sich die folgenden Ausführungen.

I. Tätigkeiten / Besondere Beschäftigungsverbote

Wenn Sie Aufgaben unter Auszubildenden verteilen, muss stets klar sein: Wer ist schon 18, wer dagegen noch nicht. Denn Ihren minderjährigen Azubis dürfen Sie keineswegs alle Tätigkeiten „aufdrücken“, die Sie den Erwachsenen zumuten können. Dabei gibt es für manche Beschäftigungsverbote Ausnahmeregelungen, für andere wiederum nicht.

Kategorie: Keine Ausnahme möglich

Niemals darf Ihr minderjähriger Auszubildender nach § 22 JArbSchG eine Tätigkeit ausüben,

  • die seine physische oder psychische Leistungsfähigkeit übersteigt.

Beispiele: Tragen von Zementsäcken, Umgang mit Schwerstkranken

  • bei denen sie sittlichen Gefahren ausgesetzt sind

Beispiel: Verkauf von Sexualartikeln

  • bei der er absichtlich (das Risiko allein reicht nicht) gefährlichen biologischen Arbeitsstoffen ausgesetzt wird.

Beispiel: Labortätigkeiten mit entsprechenden Stoffen

Kategorie: Ausnahme ist möglich

Ihr minderjähriger Auszubildender darf keine Tätigkeiten ausüben, wenn er dadurch

  • Gefahren ausgesetzt ist, die er eventuell nicht selbst erkennen und abwenden kann.
  • seine Gesundheit aufgrund von Hitze, Kälte, Nässe, Lärm, Erschütterungen, Strahlen, Chemikalien oder biologischen Arbeitsstoffen riskieren könnte.

Ausnahmen von diesen Beschäftigungsverboten sind dann möglich, wenn diese Tätigkeiten der Erfüllung des Ausbildungsziels dienen, unter fachkundiger Aufsicht erfolgen und bei gefährlichen Stoffen der relevante Grenzwert unterschritten wird.

  • Akkord-Arbeit ausgesetzt ist, d. h. beispielsweise, dass durch gesteigertes Arbeitstempo ein höheres Entgelt zu erzielen ist.

Ausnahmen hiervon sind möglich, wenn es dem Ausbildungsziel dient, die Aufsicht gewährleistet ist und der Azubi bereits 16 Jahre alt ist.

  • unter Tage arbeiten muss.

Ausnahmen sind möglich, wenn es dem Ausbildungsziel dient, die Aufsicht gewährleistet ist und wenn es sich um eine „Unter-Tage-Berufsausbildung“ handelt.

II. Betriebliche Ausbildung an Berufsschultagen

  • Ein Berufsschultag mit mehr als 5 Schulstunden zählt 8 Arbeitsstunden; das allerdings nur einmal in der Woche. An einem zweiten solchen Tag können Sie Ihren minderjährigen Azubi nach der Berufsschule noch in den Betrieb „bestellen“.
  • Beginnt der Berufsschulunterricht vor 9.00 Uhr, darf Ihr Azubi allerdings vor der Berufsschule nicht beschäftigt werden.
  • Hat Ihr minderjähriger Auszubildender Blockunterricht von mindestens 25 Schulstunden in der Woche an mindestens fünf Tagen, dürfen Sie ihn allenfalls für 2 Stunden in der Woche zu betrieblichen Ausbildungsveranstaltungen einladen.

In der kommenden Woche folgt Teil 2 der Serie „Jugendliche in der Ausbildung“. Dann erfahren Sie alles über Urlaub, Arbeiten am Wochenende sowie an Feiertagen.

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