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Nicht bei jeder Kündigung wird eine Abfindung fällig

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Von Günter Stein,

„Bei Kündigungen ist eine Abfindung zu zahlen.“ Das ist falsch. Aber dieser Irrtum ist in Deutschlands Betrieben so verbreitet, wie das Unkraut zwischen Gehwegplatten.

Nach dem Ausspruch einer Kündigung muss der Arbeitgeber keine Abfindung zahlen. Das ist der Regel-, aber nicht der Normalfall. Denn in der Praxis zahlen Arbeitgeber eben doch sehr häufig Abfindungen. Was stimmt nun also?

Nach dem Ausspruch einer Kündigung muss der Arbeitgeber eine Abfindung insbesondere in folgenden Fällen zahlen:

  • Ein Sozialplan sieht eine Abfindung vor
  • ein Tarifvertrag regelt den Abfindungsanspruch
  • das Arbeitsgericht löst das Arbeitsverhältnis auf Antrag eines leitenden Angestellten auf
  • das Arbeitsgericht löst das Arbeitsverhältnis auf Antrag des Arbeitnehmers wegen Unzumutbarkeit auf

In fast allen anderen Fällen muss der Arbeitgeber nach der Kündigung keine Abfindung zahlen, und zwar keinen einzigen Euro. Warum geschieht dies in der Praxis dann aber doch so häufig?
Nach dem Ausspruch der Kündigung beginnt bei den meisten Arbeitgebern das Zittern. Denn gestritten wird vor dem Arbeitsgericht nicht um die Abfindung, sondern um die Rechtmäßigkeit der Kündigung. Verliert der Arbeitgeber den Prozess, wird das Arbeitsverhältnis mit dem unliebsam gewordenen Arbeitnehmer fortgesetzt. Und finanziell ist dies häufig eine kleine Katastrophe: Der Arbeitgeber muss in der Regel das gesamte Gehalt rückwirkend nachzahlen. Sehr unangenehm ist auch der Gesichtsverlust nach einem verlorenen Kündigungsschutzverfahren. Innerbetriebliche Werbung sieht jedenfalls anders aus.
Der Kündigungsschutzprozess ist für Sie als Arbeitgeber also riskant. Und dieses Risiko des Prozessverlustes ist für viele Arbeitgeber der Antrieb, über eine Abfindung zu verhandeln. Die Abfindung ist damit das Entgelt für das vermiedene Prozessrisiko. Und die Höhe der Abfindung hängt in erster Linie davon ab, wie hoch das Risiko für den Arbeitgeber ist. Prüfen Sie schon vor dem Ausspruch der Kündigung, wie hoch das Risiko eines Prozessverlustes für Sie ist.

Höhe der Abfindung nach der Kündigung

Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Denn die Höhe der Abfindung hängt auch davon ab, wie stark Ihr Arbeitnehmer von der Kündigung betroffen ist. Nach dem Zugang der Kündigung verlieren die betroffenen Arbeitnehmer häufig selbst die Lust, in diesem Unternehmen weiterzuarbeiten. Es folgt dann die eigene "innere Kündigung". Und je weniger der Arbeitnehmer um seinen Arbeitsplatz kämpft, desto weniger Trümpfe hat er in dem üblichen Abfindungspoker in der Hand. Klären Sie vor Ausspruch der Kündigung,

  • ob ausreichende Kündigungsgründe vorliegen,
  • wie hoch das verbleibende Prozessrisiko für Sie ist,
  • ob der Arbeitnehmer "wirklich" um den Arbeitsplatz kämpfen wird,
  • ob der Arbeitnehmer voraussichtlich zeitnah ein anderes Arbeitsverhältnis finden wird

Das Entscheidende ist jedoch, den Gegner und das Arbeitsgericht bereits im Gütetermin von der Wirksamkeit der Kündigung zu überzeugen. Dazu gehört nicht nur, die tragenden Gesichtspunkte der Kündigung zu betonen. Der Arbeitgeber muss vor allem die Angriffe des Arbeitnehmers gegen die Kündigung vorhersehen und parieren. Eine gute Vorbereitung ist hier die halbe Miete - und spart viel Ihnen Geld.

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Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

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