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Was Sie bei minderjährigen Auszubildenden unbedingt beachten müssen, Teil 3: Arbeitszeiten und Pausen, Freistellung vor der Prüfung

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Arbeitsrecht Mitarbeiterfuehrung Azubis

Von Günter Stein,

Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) lässt Ihnen wenig Spielraum bei der Arbeitszeit Jugendlicher. Denn nach § 8 JArbSchG (1) dürfen Sie minderjährige Azubis nicht länger als 8 Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich beschäftigen.

Kleine Einschränkung: Eine Verlängerung der Arbeitszeit auf 8,5 Stunden an Werktagen ist dann gestattet, wenn für ein Ausgleich innerhalb derselben Woche gesorgt wird. Außerdem sieht der Absatz 2a des § 8 JArbSchG eine weitere Ausnahme vor, die eigentlich allen Seiten entgegenkommen dürfte: Eine tägliche Arbeitszeit von mehr als acht Stunden ist nämlich auch dann möglich, wenn einzelne Arbeitstage in Verbindung mit Feiertagen ganz frei sind, um längere Erholungsphasen zu erreichen. Klassisches Beispiel hierfür ist der Freitag, der „Christi Himmelfahrt“ folgt, an dem viele Ausbildungsbetriebe geschlossen sind. Wenn für diesen freien Tag an anderen Tagen mehr gearbeitet wird, ist das auch für Jugendliche möglich, wenn ein Ausgleich innerhalb von 5 Wochen erfolgt.

Maximale Arbeitszeit für Jugendliche in der Landwirtschaft

Sonderregelung in der Landwirtschaft: Die maximale Arbeitszeit für Jugendliche beträgt täglich 9 Stunden und innerhalb von 2 Wochen 85 Stunden während der Erntezeit. Das ist allerdings jeweils nur bei mindestens 16-Jährigen möglich.

Vorsicht: Sollte es an einem Tag mal später losgehen und der Arbeitstag erst spät enden, achten Sie darauf: Zwischen zwei Arbeitstagen muss dem minderjährigen Azubi nach § 13 JArbSchG eine Erholungszeit von mindestens 12 Stunden eingeräumt werden.

VII. Pausenregelung – beachten Sie die Mindestlängen

Auch bei der Pausenregelung müssen Sie die gesetzlichen Vorgaben genau beachten: Bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden schreibt das Jugendarbeitsschutzgesetz Pausen mit einer Gesamtlänge von 60 Minuten vor. Nach § 11 (1) JArbSchG muss dabei eine einzelne Pause mindestens 15 Minuten lang sein.

Beispiel: In der Praxis hat sich eine 15-minütige Frühstückspause nach 1 – 2 Arbeitsstunden sowie eine Mittagspause von 45 Minuten Länge bewährt. So kommen Sie nicht in Konflikt mit dem Gesetz.

VIII. Freistellung vor und am Prüfungstag – gilt nicht für alle Prüfungsanteile

Selbstverständlich müssen Sie Ihren Auszubildenden für die Teilnahme an allen Prüfungsteilen freistellen. Ist der Azubi minderjährig, dann gilt das auch für den Arbeitstag, der der schriftlichen Abschlussprüfung vorangeht.

Beachten Sie dabei:

  1. Sie müssen nur vor der schriftlichen Abschlussprüfung einen Tag frei geben, keineswegs vor der praktischen oder mündlichen Prüfung.
  2. Eine Freistellung am Tag vor der Prüfung gilt nicht für die Zwischenprüfung.
  3. Bilden Sie aber in einem Beruf aus, der eine gestreckte Abschlussprüfung vorsieht (mehrere, zeitlich weit auseinander liegende Prüfungsteile), dann müssen Sie sowohl am Tag vor der 1. schriftlichen Prüfung (nach in etwa der ersten Hälfte der Ausbildungszeit) als auch vor der 2. schriftlichen Prüfung (gegen Ende der Ausbildung) Ihrem minderjährigen Azubi einen Tag frei geben.

Tipp: Stellen Sie auch die volljährigen Azubis am Tag vor der schriftlichen Abschlussprüfung frei. Damit erzeugen Sie ein Gefühl der Gleichbehandlung und geben tatsächlich die Möglichkeit, letzte Vorbereitungen für den wichtigen nächsten Tag zu treffen.

Bitte beachten: Bei allen wichtigen Angelegenheiten die Eltern einbeziehen!

Ihr minderjähriger Auszubildender ist im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches nicht voll geschäftsfähig. Rechtliche Angelegenheiten müssen daher immer über die Eltern laufen. Das gilt insbesondere

  • für die Unterschrift unter den Ausbildungsvertrag,
  • für die Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildungszeit,
  • für die Zustellung möglicher Abmahnungen und
  • für die Zustellung einer möglichen Kündigung, unabhängig davon, ob sie in der Probezeit oder aus wichtigem Grund danach erfolgt.

Aber Vorsicht: Vor einer Kündigung aus wichtigem Grund müssen Sie die Eltern in jedem Fall kontaktieren, das Problem besprechen und nach Lösungen suchen, die eine Kündigung umgehen könnten. Sonst haben Sie Ihrer Pflicht, alle pädagogischen Mittel auszuschöpfen, nicht genüge getan.

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