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Ich soll eine neue Rechnung erstellen, darf ich das?

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Von Astrid Engel,

Ein Kunde, der seine Rechnung nicht bezahlen kann, hat mir folgende Lösung angeboten: Er meinte, eine Bekannte von ihm würde seine Schulden bezahlen. Allerdings nur unter einer Bedingung: Ich müsste eine neue Rechnung erstellen - mit dem Namen der Bekannten als Rechnungsempfängerin. Diese Frau ist offenbar selbstständig. Darf ich das einfach so: eine Rechnung mit einem anderen Namen erstellen?

Frage: Ein Kunde, der seine Rechnung nicht bezahlen kann, hat mir folgende Lösung angeboten: Er meinte, eine Bekannte von ihm würde seine Schulden bezahlen. Allerdings nur unter einer Bedingung: Ich müsste eine neue Rechnung erstellen - mit dem Namen der Bekannten als Rechnungsempfängerin. Diese Frau ist offenbar selbstständig. Darf ich das einfach so: eine Rechnung mit einem anderen Namen erstellen?

Ganz klar: Nein, diese Rechnung dürfen Sie nicht erstellen

Auf diesen "Deal" sollten Sie sich auf keinen Fall einlassen, und zwar deshalb nicht: Anscheinend will die selbstständige Bekannte die Schulden Ihres Kunden bezahlen. Für ihr Entgegenkommen will sie sich im Gegenzug die Vorsteuer und den Betriebsausgabenabzug sichern. Das geht natürlich nur, wenn Sie eine Rechnung hat, die auf ihren Namen ausgestellt ist. Sie als Unternehmer müssen in Ihrer Rechnung jedoch den richtigen Leistungsempfänger angeben (§ 14 Abs. 4 Nr. 1 UStG).

Geben Sie nun fälschlicherweise die Bekannte Ihres Kunden an, kann sie aus Ihrer Rechnung die Vorsteuer ziehen. Ihr steht aber kein Vorsteuerabzug zu, denn Sie haben ja gar keine Leistung für ihr Unternehmen erbracht. Sie darf den Rechnungsbetrag auch nicht als Betriebsausgabe geltend machen. Durch die neue Rechnung würden Sie dieser Frau ungerechtfertigte Steuervorteile verschaffen.

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Sie ahnen also: Wenn Sie in diesem Fall eine neue Rechnung erstellen, wäre das alles andere als ein "kleiner Gefallen".

Wenn Sie diese Rechnung erstellen, machen Sie sich strafbar

Das Gesetz sagt dazu: "Mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer den Finanzbehörden oder anderen Behörden über steuerlich erhebliche Tatsachen unrichtige oder unvollständige Angaben macht und dadurch Steuern verkürzt oder für sich oder einen anderen nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt." (§ 370 Abs. 1 Nr.1 AO)

Bitten Sie Ihren Kunden deshalb, sich mit seiner Bekannten auf eine andere Gegenleistung für ihr "Darlehen" zu einigen. Wahrscheinlich ist ihm nicht klar, dass Sie nicht einfach so eine neue Rechnung erstellen dürfen

Tipp: Da Ihr Kunde offenbar zahlungsbereit ist, bieten Sie ihm doch an, seine Schulden in Raten zu bezahlen oder Sachwerte in Zahlung zu nehmen.

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