Gratis-Download

In einer Arbeitswelt, die sich im Zuge von Globalisierung und Technologisierung nicht nur stetig wandelt, sondern auch immer schneller wird, rückt das...

Jetzt downloaden

Mit einem Anfechtungs-Brief erfolgreich Offertenschwindel abwehren

0 Beurteilungen

Von Astrid Engel,

"Was? - 1.500 € für den Eintrag in ein Branchenbuch?" Anita Rosse erinnert sich nur noch dunkel daran, dass sie einen "Korrekturabzug" ausfüllen und zurüchschicken sollte. Damit sollten ihre Daten im örtlichen Telefonbuch aktualisiert werden. Jahr für Jahr wird besonders zur Urlaubszeit der "Offertenschwindel" unseriöser Adressbuch- und Anzeigenverlage bekannt. Besonders hinterhältig: Vermeintliche Korrekturabzüge, unter denen nur ganz klein am Rand "Angebot" steht. Meistens kommen diese Angebote "hochoffiziell" daher, ohne dass tatsächlich ein amtlicher Hintergrund besteht.

"Was? - 1.500 € für den Eintrag in ein Branchenbuch?" Anita Rosse erinnert sich nur noch dunkel daran, dass sie einen "Korrekturabzug" ausfüllen und zurüchschicken sollte. Damit sollten ihre Daten im örtlichen Telefonbuch aktualisiert werden.
Jahr für Jahr wird besonders zur Urlaubszeit der "Offertenschwindel" unseriöser Adressbuch- und Anzeigenverlage bekannt. Besonders hinterhältig: Vermeintliche Korrekturabzüge, unter denen nur ganz klein am Rand "Angebot" steht. Meistens kommen diese Angebote "hochoffiziell" daher, ohne dass tatsächlich ein amtlicher Hintergrund besteht.

Wehren Sie sich mit einem Anfechtungs-Brief

Lassen Sie sich diese Abzocke nicht gefallen. Das Versenden von Angeboten in Form von Korrekturabzügen ist laut Bundesgerichtshof wettbewerbswidrig (Urteil v. 07.10.93, Az: I ZR 293/91). Zahlen Sie die Rechnung nicht, sondern wehren Sie sich sofort, nachdem Sie Ihren Irrtum bemerkt haben, per Einwurf-Einschreiben mit einem Anfechtungs-Brief.

Muster: Anfechtungs-Brief

Anfechtung
Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,
am 12. Juli 20.. bekam ich Ihr Angebot zugefaxt. So wie es aufgemacht war, musste ich es für einen Korrekturabzug halten, mit dem mein Eintrag in unserem örtlichen Telefonbuch aktualisiert werden sollte.
Aus Ihrer heute eingegangenen Rechnung schließe ich, dass der "Korrekturabzug" in Wirklichkeit ein getarntes Angebot war. Das hatte nichts mit unserem örtlichen Telefonbuch zu tun, sondern warb für einen Eintrag in einem ganz anderen Branchenbuch, das Sie herausgeben.
Den "Korrekturabzug" habe ich Ihnen gleich am 12. Juli ausgefüllt und unterschrieben zurückgefaxt. Damit einen Vertrag einzugehen war nicht meine Absicht. Deshalb fechte ich meine Willenserklärung wegen arglistiger Täuschung (§ 123 BGB) und Irrtums (§ 119 BGB) an. Durch die Anfechtung wird der Vertrag rückwirkend unwirksam (§ 142 BGB).
Mit freundlichen Grüßen
Marco Wirths
Geschäftsführer

 

Nach dem Anfechtungs-Brief: Keine Angst vor Drohungen der Gegenseite

Mit Ihrem Anfechtungs-Brief haben Sie den Vertrag rückwirkend für nichtig erklärt. Damit haben Sie für sich Rechtssicherheit geschaffen und können ruhig abwarten, wie die Gegenseite reagiert. Sie wird sich wahrscheinlich zunächst nicht so schnell geschlagen geben. Aber das braucht Sie nicht weiter zu belasten. Keine Angst vor der Drohkulisse, die der Gegner in der Regel aufbaut ("Inkasso", "Anwalt", "teurer Gerichtsprozess")! Hierbei gilt: "große Klappe, nichts dahinter." Vor Gericht hätte er kaum Chancen, mit dieser Masche durchzukommen.

Die Reaktion auf Ihren Anfechtungs-Brief soll Sie verunsichern

Auf Ihren Anfechtungs-Brief hin bekommen Sie wahrscheinlich erst einmal ein formelles Schreiben im Juristenjargon: "Sie haben einen Vertrag unterzeichnet, der nicht widerrufen werden kann." Lassen Sie sich nicht irritieren: Sie haben den Vertrag nicht widerrufen, sondern angefochten. Das ist etwas anderes, denn die Anfechtung gilt rückwirkend und ist in diesem Zusammenhang (im Gegensatz zum Widerruf) rechtlich einwandfrei.
Lassen Sie sich auch nicht aus der Ruhe bringen, wenn später tatsächlich Post von einem Inkassobüro oder gar Anwalt kommt. Solche Briefe werden massenweise an alle verschickt, die sich weigern zu zahlen. Sie können (müssen aber nicht) mit einem deutlichen Brief reagieren, in dem Sie auf Ihren Anfechtungs-Brief verweisen und Ihrerseits damit drohen, einen Anwalt einzuschalten. Die Gegenseite braucht ja nicht zu wissen, dass Sie die Drohung nicht wahr machen.
Denken Sie daran: Es ist unwahrscheinlich, dass Sie verklagt werden. Von einigen tausend Fällen pro Jahr ist es höchstens eine Handvoll, bei denen sich unseriöse Anbieter wirklich trauen, vor Gericht zu ziehen. Zu oft haben sie sich dabei schon die Finger verbrannt. Sollte die Gegenseite Sie wider Erwarten verklagen, ist immer noch Zeit, sich an einen Anwalt zu wenden.

 

 

 

Vokabel des Tages

Mit dem kostenlosen E-Mail-Newsletter "Vokabel des Tages" erhalten Sie ein erstklassiges Gratis-Business English Vokabel Training täglich per E-Mail. Tragen Sie sich einfach für unseren kostenlosen Newsletter ein und verbessern Sie von Tag zu Tag ganz nebenbei Ihre Business English Kenntnisse!

Datenschutz

Anzeige

Gratis Downloads
7 Beurteilungen
9 Beurteilungen
5 Beurteilungen
8 Beurteilungen
Produktempfehlungen

Kompetent, wertvoll und effizient im Büro

Magazin für professionelles Büromanagement

Für einen freien Kopf und mehr Zeit für das Wesentliche.

Expertengeprüfte Anleitungen, Tools und Tricks für E-Mails, Kontakte, Kalender & Co.

Mehr Fokus. Mehr Zeit. Mehr Ich.

Mit einfachen Maßnahmen zu nachhaltigem Unternehmenserfolg