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Unbekannter Verkäufer? Betriebsausgaben gehen nicht automatisch verloren

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Von Astrid Engel,

Fehlen in Ihren Belegen Angaben über den Verkäufer, geht Ihnen nicht ohne Weiteres der Betriebsausgaben-Abzug verloren. Wenn Sie Ihre Zahlung dokumentieren und darlegen können, was Sie gekauft haben, darf das Finanzamt den Abzug der Betriebsausgaben nicht ablehnen.

Fehlen in Ihren Belegen Angaben über den Verkäufer, geht Ihnen nicht ohne Weiteres der Betriebsausgaben-Abzug verloren. Wenn Sie Ihre Zahlung dokumentieren und darlegen können, was Sie gekauft haben, darf das Finanzamt den Abzug der Betriebsausgaben nicht ablehnen.


Finanzamt kann Angaben zum Verkäufer nachfordern

Fehlen der Name und die Anschrift des Zahlungsempfängers, kann das Finanzamt von Ihnen verlangen, dass Sie ihm diese Daten mitteilen. Es liegt im Ermessen des Finanzamtes, ob es diese Angaben von Ihnen haben will (= 1. Ermessensentscheidung). Wehren können Sie sich dagegen nicht.

Aus der Formulierung des § 160 Abs. 1 AO könnte man den Schluss ziehen, dass bei einer Nichtnennung von Namen und Anschrift der Betriebsausgaben-Abzug automatisch gestrichen wird. Das ist aber nach dem BFH-Urteil vom 10.3.1999, Az. IX R 10/98, nicht so.


Finanzamt entscheidet nach Ermessen: Sind Steuerausfälle zu erwarten?

Die Regelung bezweckt nur, mögliche Steuerausfälle auszugleichen (Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts vom 31.3.2005, Az. 6 K 24/99).

Wenn Sie also trotz der Aufforderung durch das Finanzamt keine genauen Angaben zum Verkäufer machen (können), prüft das Finanzamt deshalb in einer 2. Ermessensentscheidung, ob und in welcher Höhe es die Betriebsausgaben anerkennt.

Beispiel: Sie betreiben ein Gartenbau-Unternehmen und setzen einen Subunternehmer ein, dessen Anschrift Sie nicht kennen. Sie zahlen ihm 5.000 Euro und lassen sich die Zahlung quittieren. Auf der Quittung fehlt die Anschrift, und der Name ist unleserlich. Es ist wahrscheinlich, dass Ihr Subunternehmer diese Einnahmen nicht versteuert, sodass das Finanzamt Ihnen wegen Nichtnennung des Empfängers die Betriebsausgaben streichen wird.

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Private Verkäufer, die z. B. Kinderspielzeug, eigene Möbel oder Gegenstände aus einer Haushaltsauflösung veräußern, üben insoweit regelmäßig keine steuerlich bedeutsame Tätigkeit aus. Die Verkäufe sind bei Privatpersonen somit steuerlich nicht zu erfassen.

Beispiel: Sie kaufen auf Flohmärkten von Privatpersonen hochwertiges Spielzeug ein, wie z. B. Legosteine. Auch wenn Sie die Namen und Adressen Ihrer privaten Verkäufer nicht nennen können, bleiben Ihnen die Betriebsausgaben erhalten, weil dadurch keine Steuerausfälle eintreten.

Praxis-Tipp: Es gibt stets eine Grauzone, wenn es um die Identität des Zahlungsempfängers geht. Verschaffen Sie sich möglichst immer Namen und Anschrift eines Verkäufers. Lassen Sie es sich aber auch nicht ohne Weiteres gefallen, wenn das Finanzamt Ihnen wegen fehlenden Namens und fehlender Anschrift einfach die Betriebsausgaben streicht.

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