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Mitarbeiterführung: Mitarbeiter entfernt sich unerlaubt vom Arbeitsplatz: So dürfen Sie reagieren

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Von Günter Stein,

Eine der grundlegenden arbeitsvertraglichen Verpflichtungen eines Mitarbeiters besteht darin, dass er zu den vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten an seinem Arbeitsplatz ist bzw. an anderen Orten innerhalb des Unternehmens, wenn seine Aufgaben dies erfordern. Will er seinen Arbeitsplatz verlassen, um Dinge zu erledigen, die seine Arbeit nicht betreffen, muss er vorher seinen Vorgesetzten ausdrücklich um Erlaubnis fragen. Versäumt er dies, muss er mit ernsten arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen, wie die folgenden Beispiele aus der Rechtsprechung zeigen.

Das war der Fall:

Ein Mitarbeiter hatte seinen Arbeitsplatz verlassen, ohne seinen Chef um Erlaubnis zu fragen, ob er seinen privaten Tätigkeiten nachgehen dürfe. Weder beim Verlassen des Arbeitsplatzes noch bei seiner Rückkehr hatte der Mitarbeiter die Stechuhr betätigt. Daraufhin kündigte der Arbeitgeber dem Mitarbeiter fristlos. Der Mitarbeiter reichte Kündigungsschutzklage ein.

So urteilte das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in diesem Fall:

Es hat die Kündigungsschutzklage des Mitarbeiters abgewiesen und die fristlose Kündigung als rechtmäßig bestätigt. Nach Ansicht des Gerichts hat der Mitarbeiter eine schwerwiegende Pflichtwidrigkeit begangen, die er in keiner Weise rechtfertigen kann. Er hat die angeordnete Arbeitszeit nicht eingehalten und stattdessen private Dinge erledigt, ohne das Zeiterfassungsgerät zu betätigen.

Eine vorherige Abmahnung war bei dieser groben Pflichtverletzung nicht erforderlich. Die Richter vertreten die Auffassung, dass der Mitarbeiter offensichtlich nicht davon hatte ausgehen können, dass der Arbeitgeber ein solches Verhalten hinnehmen würde.

Ob es sich um Arbeitszeitbetrug handelte, wurde in diesem Fall nicht weiter erörtert. Denn: Auch wenn der Mitarbeiter ohne Betrugsabsicht gehandelt hatte, ist die Pflichtverletzung als so schwer wiegend anzusehen, dass darauf eine außerordentliche Kündigung gestützt werden kann (LAG Rheinland- Pfalz, 24.10.07, 7 Sa 385/07).

Das bedeutet für Sie:

Wenn sich einer Ihrer Mitarbeiter von seinem Arbeitsplatz entfernt, um private Angelegenheiten zu erledigen, ohne Sie oder eine andere weisungsbefugte Person ausdrücklich um Erlaubnis zu bitten, dürfen Sie dem Mitarbeiter fristlos kündigen. Auch die nachträgliche Rechtfertigung des Mitarbeiters, er hätte die versäumte Arbeitszeit in der Mittagspause oder am nächsten Tag nacharbeiten wollen, zählt dabei vor Gericht nicht.

Wer sich eigenmächtig vom Arbeitsplatz entfernt, nimmt Ihnen als Chef nach Auffassung der Richter jede Möglichkeit der Kontrolle, ob der Mitarbeiter seinen arbeitsvertraglichen Pflichten nachkommt. Maßgeblich für die fristlose Kündigung ist allein die grobe Pflichtverletzung des Arbeitnehmers.

Als Ausnahme kann ein Notfall gesehen werden:

Zum Beispiel, wenn ein Mitarbeiter per Telefon vom Unfall oder Tod eines Angehörigen erfährt und in Aufregung seinen Arbeitsplatz verlässt, ohne Sie vorher zu fragen. Dabei handelt es sich jedoch um menschliche Ausnahmesituationen, für die Sie ohnehin Verständnis aufbringen werden, ohne rechtliche Konsequenzen in Betracht zu ziehen.

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