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Immer wieder Streit um Formulierungen im Arbeitszeugnis: Wie die Gerichte entscheiden

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Von Astrid Engel,

Nach der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses kommt es immer öfter mit dem Ex-Mitarbeiter zum Streit über Formulierungen im Arbeitszeugnis.

Diese Erfahrung machen immer mehr Unternehmer: Nach der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses kommt es mit dem Ex-Mitarbeiter zum Streit über Formulierungen im Arbeitszeugnis.

Dass Arbeitnehmer so hartnäckig um einzelne Formulierungen im Arbeitszeugnis kämpfen, hat einen handfesten Grund: In diesen Zeiten, in denen sich oft Hunderte um denselben Arbeitsplatz bewerben, kommt dem Arbeitszeugnis bei der Vorauswahl unter den Bewerbungen eine große Bedeutung zu.

Dank und gute Wünsche im Arbeitszeugnis können Ex-Mitarbeiter nicht erzwingen

Jedenfalls dann, wenn Ihrem Mitarbeiter lediglich eine durchschnittliche Leistungs- und Verhaltensbeurteilung zusteht, sind Sie nicht verpflichtet, das Arbeitszeugnis mit einer sogenannten Dankes- und Wunschformel abzuschließen. Das hat das Landesarbeitsgericht Düsseldorf klargestellt (LAG Düsseldorf, Az. 12 Sa 505/08).

Im entschiedenen Fall verlangte der Ex-Mitarbeiter von seinem Arbeitgeber, dass dieser ihm im Arbeitszeugnis sowohl für die gute Zusammenarbeit danke als auch alles Gute für den beruflichen und privaten Lebensweg wünsche. Das lehnte der Arbeitgeber ab.

Im einem Kündigungsrechtsstreit hatte er sich in einem Vergleich verpflichtet, dem früheren Mitarbeiter ein qualifiziertes Zeugnis zu erteilen, mit einer zusammenfassenden Leistungsbeurteilung "zur vollsten Zufriedenheit" und einer zusammenfassenden Verhaltensbeurteilung "einwandfrei". Das daraufhin ausgestellte Arbeitszeugnis enthielt keine wohlmeinende "Dankes- und Wunschformel".

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Muss es auch nicht, entschieden die Arbeitsrichter. Zwar wird das Arbeitszeugnis entwertet, wenn es überhaupt keine Schlussformel enthält. Geht die Leistungs- und Verhaltensbewertung aber über ein "befriedigend" nicht wesentlich hinaus, kann der Mitarbeiter allenfalls eine streng berufsbezogene Schlussformel ("beruflich alles Gute") erwarten.

Dass sich der Arbeitgeber bei einer nur "befriedigenden" Beurteilung darüber hinaus auch noch für die gute Zusammenarbeit bedankt und seinem Mitarbeiter auch für seinen weiteren privaten Lebensweg alles Gute wünscht, ist nicht zumutbar.

Hier sind zwei weitere Gerichtsentscheidungen zu Formulierungen im Arbeitszeugnis:

Anfechtung eines Vergleichs über einzelne Formulierungen im Arbeitszeugnis

Hat sich der Arbeitgeber in einem Gerichtsvergleich verpflichtet, seinem Ex-Mitarbeiter ein Arbeitszeugnis mit der zusammenfassenden Leistungsbeurteilung "zu unserer vollen Zufriedenheit" zu erteilen, ist diese Bewertung "nicht in Stein gemeißelt".

Stellt sich im Nachhinein heraus, dass der Mitarbeiter erhebliche Leistungsmängel zu verantworten hat (im entschiedenen Fall fehlerhafte Kassenabrechnungen), darf der Arbeitgeber den Vergleich anfechten (LAG Köln, Az. 9 Ta 126/08).

Falsch geschriebener Produktname im Arbeitszeugnis erfordert keine Berichtigung

Ein Ex-Mitarbeiter kann auch nicht verlangen, dass in seinem Arbeitszeugnis die Schreibweise "MS Powerpoint" in "MS-PowerPoint" berichtigt wird. Zwar kann er grundsätzlich ein fehlerfrei geschriebenes Zeugnis erwarten.

Aber: Eine Berichtigung kommt nur in Betracht, wenn durch den Schreibfehler negative Auswirkungen auf die Bewerbungsunterlagen zu erwarten ist. Das ist bei einem fehlerhaft geschriebenen eigenständigen Produktnamen nicht einmal ansatzweise der Fall (ArbG Hannover, Az. 8 Ca 364/07).

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